Aufrufe
vor 8 Monaten

Zukunft-Banking Dezember 2019

  • Text
  • Digitalen
  • Schweizer
  • Blockchain
  • Digitale
  • Unternehmen
  • Digital
  • Banking
  • Zukunft
  • Schweiz
  • Banken

16

16 Zukunft Banking NEXT BIG THING 01. Dezember 2019 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch « Das SWIC-Gateway wird die Finanzbranche revolutionieren » Die Finanzbranche befindet sich im Umbruch. FinTech-Unternehmen wie Revolut und N26 erhalten Milliardenbewertungen, Blockchain ist ein Dauerthema. Stefan Bucher, Vermögensverwalter und Gründer der Corum Vermögensverwaltung in Zürich, mischt an vorderster Front mit. Im Gespräch verrät er, wie er den Wandel vorantreiben will. Interview: Marc Landis, Redaktion: Colin Wallace Wie kam es dazu, dass Sie in der Finanzbranche landeten und blieben? Stefan Bucher: Eigentlich wollten meine Eltern, dass ich Lehrer werde. Doch schon zu meiner Schulzeit war mir klar, dass ich eines Tages in der Finanzbranche arbeiten wollte. Ich hatte grosses Glück und erhielt 1981 eine Lehrstelle bei einer Regionalbank in Luzern, wo ich meine ersten Erfahrungen mit der Finanz- und Börsenwelt machen durfte. Von diesem Zeitpunkt an bin ich der Finanzbranche treu geblieben. Was gefällt Ihnen an Ihrem Job besonders? Als Vermögensverwalter geniesse ich die Selbstständigkeit und die Möglichkeit, immer wieder neue Projekte zu entwickeln. Die Gründung der Corum Vermögensverwaltung AG war bisher mein grösstes Projekt. Würden Sie wieder diesen Weg einschlagen? Ja, unbedingt. Man sagt zwar, im Nachhinein ist man ja bekanntlich immer schlauer, daher würde ich vielleicht einige Dinge anders machen. Ich bin jedoch sehr zufrieden mit dem Weg, den ich eingeschlagen habe. Wie hat sich die Finanzbranche im Laufe Ihrer Karriere verändert? Ich glaube, die Branche hat sich in den letzten Jahren grund legend geändert. In den Achtzigern haben Computer die Finanz welt revolutioniert, in den Neunzigern waren es Internet und E-Mail. Wir müssen uns immer wieder anpassen, aber wollen die Veränderung des Finanzplatzes auch aktiv mitgestalten und davon profitieren. Die meisten Vermögensverwalter sind im wahrsten Sinne des Wortes Verwalter und sitzen auf ihren Pfründen. Die Kunden werden älter und sterben, die Erbengeneration hat andere Ansprüche an einen Vermögensverwalter. Ich nenne hier nur das Schlagwort «Digitalisierung», und das «neue» Geld wird vermehrt institutionell verwaltet werden. Daher muss man proaktiv agieren, statt zu reagieren. Sie sind seit 38 Jahren in der Finanzwelt engagiert und gründeten Corum vor 17 Jahren. Was treibt Sie an, nun mit dem SWIC-Gateway noch einmal etwas Neues zu starten? Ich treibe verschiedene Projekte voran. Das SWIC-Gateway im Kryptobereich oder die Corum Wealth Management Platform, welche die Konsolidierung des Vermögensverwaltungsmarktes in der Schweiz mitprägen wird, sind die grössten Projekte in der Corum-Gruppe. Mit dem SWIC-Gateway haben wir die Möglichkeit, die Blockchain- Technologie zugunsten unserer Kunden einzusetzen und für sie Geld zu sparen bei Gebühren und Courtagen. Die Branche wird sich durch die Blockchain-Technologie massiv verändern. Diese Technologie wird ähnlich starke Auswirkungen auf die Finanzbranche haben wie damals das Internet auf die Printmedien. Aber viele Marktteilnehmer aus der Finanz industrie warten noch ab oder fürchten sich gar vor den Auswirkungen, statt sich frühzeitig mit ihnen zu beschäftigen. Da bin ich anders. Will man wettbewerbsfähig bleiben, muss man gewisse Risiken eingehen. Ich habe auch schon Projekte lanciert, die ich abschreiben musste. Inwiefern glauben Sie, dass Sie mit dem SWIC- Gateway die Finanzwelt verändern können ? «Bank»-Apps wie Revolut und N26 haben auch die Finanzbranche bereits verändert. Das SWIC-Gateway wird die Finanzbranche revolutionieren. Wir wollen gemeinsam mit Technologiepartnern eine Transaktionsplattform schaffen, auf der alle Assetklassen mittels Kryptowährungen gehandelt werden können. Auf dem SWIC-Gateway werden Fonds und andere Finanzprodukte tokenisiert und durch Blockchain-Technologie in einem Wallet verwaltet. Man braucht dafür keine Bank mehr. Damit erhalten auch kleinere Anleger und Investoren aus der ganzen Welt Zugang zu den Finanzmärkten. Wir demokratisieren den Börsenhandel, und das mit minimalen Transaktionskosten, maximaler Transparenz, sicher und extrem schnell. Für das Projekt benötigen Sie viel Geld. Dieses wollen Sie über ein Initial Coin Offering ( ICO ) einsammeln. Warum wird das ICO für den SWIC-Gateway in Australien gemacht ? Die Plattform SWIC-Gateway ist nicht primär auf den Schweizer Markt ausgerichtet. Ich glaube, dass der Raum Asia Pacific für die Zukunft eine grosse Rolle spielen wird, da es dort viele kleine Anleger und Investoren gibt, die durch das SWIC-Gateway Zugang zu den Finanzmärkten erhalten. Und das auch in Ländern, die kein verlässliches Finanzsystem oder bislang keinen Zugang dazu haben. Daher ist es sinnvoll, das ICO mit dem von uns neu in Aus tralien gegründeten Unternehmen SWIC Digital Ltd., das 100 000 000 SWICs (Swiss Invest Coin) hält, auch dort zu lancieren. Zudem finden wir in Australien gute Voraussetzungen und rechtlich verbindliche Rahmenbedingungen für ein ICO, was in der Schweiz bislang noch nicht der Fall ist. So wurde dort etwa gerade kürzlich der erste « Auf dem SWIC-Gateway werden Fonds und andere Finanzprodukte tokenisiert und durch Blockchain-Technologie in einem Wallet verwaltet. » Stefan Bucher, Vermögensverwalter und Gründer, Corum Vermögensverwaltung, Zürich staatlich garantierte Gold-Token der Welt aufgesetzt. Wir brauchen diese Rahmenbedingungen rund um KYC ( Know your Client) und AML (Anti Money Laundering), um unseren Kunden Rechtssicherheit bieten zu können und die Innovation, die uns dieser Markt bietet. Wir haben Anfang dieses Jahres auch einen Anteil an einem australischen Broker gekauft und verfügen so über alle nötigen Vertriebslizenzen, um dort tätig zu werden. Today Investor $ Bank Stock exchange Clearing Fund company $ Fund $ $ $ $ Was fasziniert Sie an den Möglichkeiten der neuen Distributed-Ledger-Technologien ? Die dezentrale Aufbewahrung von Daten und Assets fasziniert mich. Durch diese Dezentralisierung werden nicht nur die ganzen Clearing-Systeme obsolet, sondern auch Banken. Momentan ist man noch auf Banken angewiesen und ihren Launen ausgeliefert. Die Bank entscheidet, ob Zahlungen durchgeführt oder Assets freigegeben werden. In Zukunft könnten Anleger wieder die volle Kontrolle über ihre eigenen Daten und ihre Assets haben. Verwalten sie ihre Assets auf einer Blockchain, haben sie die alleinige Herrschaft darüber. Staat und Banken wollen dies jedoch mit Regulatorien verhindern, da sie den Kontrollverlust fürchten. Daher kommt auch der Gegenwind für Projekte wie Libra von Facebook. Was halten Sie von den neuen Kryptobanken, die in der Schweiz Banklizenzen erhalten haben? Ich verstehe nicht, warum solche «Kryptobanken» gegründet werden. Es sind ja normale Universalbanken, die sich unter dem Krypto-Begriff vermarkten. Die Banking- Industrie befindet sich aber in einer massiven Konsolidierungsphase. Wieso also braucht es dann noch mehr Banken? Wie schätzen Sie die Rahmenbedingungen für digitale Innovation in der Finanzbranche ein? Wären die Rahmenbedingungen schlecht, Das SWIC-Gateway demokratisiert den Börsenhandel mit minimalen Transaktionskosten, maximaler Transparenz, sicher und extrem schnell Tomorrow Investor Fund cryptocurrency cryptocurrency Mehr Infos zum SWIC Gateway auf www.swic.digital. hätten grosse internationale Firmen aus der IT-Branche, Blockchain- und der Finanz Industrie keine Sitze hierzulande. In der Schweiz wird viel Geld für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Viele Investoren stehen Neugründungen jedoch noch immer kritisch gegenüber, weswegen es ohne gute Vernetzung schwierig sein kann, an Risikokapital zu gelangen. Steuertechnisch sind die Rahmenbedingungen gewiss nicht ideal, doch das ist ja nichts Neues. Zudem ist der Einfluss von Playern wie etwa Grossbanken, die durch Lobbying ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen, auch nicht von der Hand zu weisen. Das spüren wir auch in der Vermögensverwaltung. Wir bekommen neue Rahmenbedingungen, die sehr restriktiv sind und zu einer Umwälzung der Vermögensverwaltungsbranche führen werden. Wie schätzen Sie den strukturellen Einfluss ein, den die von Ihnen angesprochenen veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen auf die Finanzbranche haben werden? Mit der Einführung von Fidleg und Finig werden viele kleine Vermögensverwalter von der Bildfläche verschwinden, da sie den neuen regulatorischen Anforderungen ohne Hilfe nicht mehr gewachsen sind beziehungsweise diese nur mit sehr hohem finanziellen Aufwand stemmen können. Sogenannte One Man Shows werden verschwinden. Aus diesem Grund haben wir das Projekt «Corum Wealth Management Platform» gestartet. Die Plattform wird am Konsolidierungsprozess der Vermögensverwalter teilnehmen. Wir vereinen viele kleine Vermögensverwalter unter einem Dach und stellen ein Framework zur Verfügung, damit sie den künftigen regulatorischen Marktanforderungen genügen werden. Wie schätzen Sie die Entwicklung der Finanz branche in der Schweiz und international mittel- und langfristig ein? Laut einer Studie, die Six in Auftrag gegeben hat, werden durch die Blockchain- Technologie 30 000 traditionelle Arbeitsplätze in der Schweizer Finanzindustrie verloren gehen. Gleichzeitig dürften aber auch wieder neue Stellen in der Blockchain-Industrie geschaffen werden. Dennoch wird es innerhalb der Banken grosse Veränderungen geben. Um nicht unter die Räder zu kommen, müssten sie sich aber bewegen und neue Geschäftsmodelle entwickeln. Sie könnten etwa Dienstleistungen rund um die Depotverwahrung bieten und sich darauf spezialisieren, die Private Keys von Kryptoanlegern zu schützen und sicher aufzubewahren.

01. Dezember 2019 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch Zukunft Banking DIGITALISIERUNG IST CHEFSACHE #sygnum 17 « Wir ermöglichen Investoren einen institutionellen Zugang zu digitalen Assets» Sygnum ist die erste Digital-Assets-Bank der Welt sowie der einzige Digital-Assets-Spezialist mit Lizenzen in der Schweiz als auch in Singapur. Im Interview erklären Manuel Krieger und Mathias Imbach, die Co-CEOs von Sygnum, was ihr Angebot von Krypto-Handelsplattformen unterscheidet und wie sie den Finanzplatz Schweiz verändern wollen. Interview: Marc Landis, Redaktion Colin: Wallace Welche Bedeutung haben Blockchain und Kryptowährungen für den Finanzplatz Schweiz ? Manuel Krieger: Blockchain ist eine sehr disruptive Technologie und hat das Potenzial, viele Effizienzsteigerungen mit sich zu bringen. Und dies branchenunabhängig. Denn die Eigenschaften der Blockchain-, oder der Distributed-Ledger-Technologie (DLT), eignet sich ideal dazu, Werte digital zu speichern und zu übertragen. Blockchain steht in gewisser Weise im Gegensatz zum Internet, wo alles beliebig oft und kostenlos vervielfältigt werden kann. Die Blockchain- Technologie ermöglicht es, Originale, nicht Kopien, rechtssicher aufzubewahren und, falls gewünscht, auch ohne Intermediäre zu übertragen. Deswegen ist die Technologie für Finanztransaktionen so interessant, da die Informationen nicht vervielfältigt werden können. Mathias Imbach: Wenn eine Transaktion erst einmal erfasst wurde, lässt sie sich nicht mehr rückgängig machen. Spezifisch für die Finanzindustrie ist die Blockchain-Technologie aus zwei Gründen interessant. Erstens hilft sie, operative Prozesse im Settlement- Bereich effizienter zu machen. Zudem eröffnet sie der Industrie aber auch eine ganz neue Asset-Klasse. Und dies bedeutet neue Wachstumschancen mit neuen Produkten für den Banking-Sektor. Wie muss man das verstehen? Krieger: Digitale Assets kommen in zwei Formen daher. Einerseits gibt es die Kryptowährungen, die unter anderem durch Mining, d.h. das Lösen von kryptografischen Problemstellungen mittels Rechenleistung von Computern, erzeugt werden. Andererseits ermöglicht es die Blockchain- Technologie, bestehende Assets zu tokenisieren und «intelligent» und einfacher transferierbar zu machen. So können bislang nicht handelbare Assets wie etwa KMU-Aktien in Form von Tokens gehandelt werden. Zudem kann das Settlement-Risiko komplett eliminiert werden, was bislang nicht möglich war. Beide Anwendungen der Blockchain haben das Potenzial, Intermediäre weniger einflussreich zu machen, denn Kryptowährungen und andere Tokens können theoretisch auch ohne zwischengelagerten Intermediär von Verkäufer zu Käufer übertragen werden. Wenn es keine Intermediäre wie Banken mehr braucht, weshalb gründen Sie denn eine Bank, die ja per se ein Intermediär ist ? Krieger: Wir positionieren uns als Brückenbauer zwischen der traditionellen, stark regulierten Finanzwelt und den Möglichkeiten, welche DLT mit sich bringt. Imbach: Die Verwahrung von Geld, und in der Zukunft «anything of value», ist ein hoch emotionales Thema und eine wichtige Basis jeder Volkswirtschaft. Banking basiert auf Vertrauen. Wir sind davon überzeugt, dass dieser Wert auch in der Digital Assets Economy eine wichtige Rolle spielen wird, und dass Banken – in etwas anderer Form als heute – weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden. Spekulieren Sie mit der Sygnum Bank auf die positive Entwicklung des Bitcoinpreises ? Imbach: Bitcoin ist, losgelöst von der Preisentwicklung, eine Sicherheits- und Vertrauensmaschine, die bereits seit zehn Jahren einwandfrei funktioniert. Übertragungen von Assets, ohne Intermediäre, funktionieren mit einer sehr kurzen Settlement-Zeit. Bitcoin wurde noch nie gehackt – Private Keys wurden jedoch schon gestohlen oder verloren. In dieser Hinsicht macht es Sinn, Kryptogeschäfte über Banken abzuwickeln : Verliert man seinen Key, verliert man seine Assets. Banken können wie schon heute die sichere Verwahrung und Verwaltung für ihre Kunden übernehmen. «Als Land ist es nötig, die regulatorischen Weichen so zu stellen, dass man für diesen Fortschritt gewappnet ist.» Manuel Krieger, Co-CEO, Sygnum Und das hat Sie bewogen, Sygnum zu gründen ? Imbach: Wir haben 2017 alle den Hype um die Blockchain-Technologie miterlebt. Das Potenzial, Originale von A nach B zu transferieren, ohne Intermediäre, mit einem Settlement von null, ohne Gegenparteirisiko – das war eine faszinierende und disruptive Vorstellung. Aber wie immer in Zeiten des Hypes gibt es viel Euphorie und wenig konkrete Use Cases. Und die etablierten Player im Finanzsystem waren zu Beginn mehr als skeptisch in Bezug auf Kryptowährungen und ICOs. So bekamen etwa Firmen, die hinter ICOs steckten, keine Bankkonten und hatten oft auch wenig Know-how rund um regulatorische Rahmenbedingungen. Das wollten wir ändern und mit Sygnum die Schnittstelle zwischen der neuen Kryptosowie Asset-Tokenwelt und dem regulierten Finanzsystem schaffen. Was genau bietet Sygnum an ? Krieger: Als weltweit erste voll regulierte Digital-Asset-Bank bieten wir ein Portfolio traditioneller Bankenservices für digitale Assets. Dazu gehören die sichere Herausgabe, Verwahrung, Asset Management, Credit & Lending und das Enabling anderer Banken durch unsere White-Label-Lösungen. Wir bieten damit Banken und anderen regulierten Finanzinstituten die Möglichkeit, dass sie ihren Kunden unsere Infrastruktur zur Verfügung stellen, um ihnen so den Zugang zu Digital Assets zu ermöglichen. Wir bedienen selbst auch qualifizierte Privatkunden, fokussieren uns aber vor allem auf institutionelle Kunden, z. Bsp. Family Offices oder Asset Managers. Durch unsere Erfahrung mit diesen Kunden können wir anderen Banken beim Einstieg ins Digital Asset Banking helfen. Sie haben es angesprochen : Sygnum hat im August die Bankenlizenz erhalten. Was bedeutet das für Sie ? Imbach: Die Banklizenz in der Schweiz, aber auch unsere Capital-Markets-Services- Lizenz (CMS) in Singapur ist ein Signal an alle potenziellen Kunden und an den Markt, dass wir institutionellen Kunden sicheren Zugang zu Digital Assets ermöglichen. Die Anforderungen hinsichtlich Risikomanagement, Einhaltung aller Geldwäschereigesetze sowie Cyber-Security entsprechen denen traditioneller Banken. Da wir der einzige Digital-Assets-Spezialist sind, der sowohl in der Schweiz wie auch Singapur Mathias Imbach ( l. ) und Manuel Krieger sind Co-CEOs und Gründer von Sygnum. Digital Mindset Auf einer Skala von 0 bis 10: — 9,9 — — 9 — Wie digital fit sind Sie ? Wie digital fit ist Ihr Unternehmen ? — 10 — — 10 — Wie sehr werden neue Technologien ( wie Blockchain, AI, Machine Learning, AR / VR ) die Branche verändern ? Wie sehr möchten Sie als Opinion Leader in diese neue Technologien für die Zukunft investieren ? reguliert ist, bieten wir von Anfang an Zugang zum globalen Markt. Als Bank können wir Kreditgeschäfte abwickeln – wir akzeptieren u.a. Digital Assets als kollateral – und für jeden von uns herausgegebenen digitalen CHF Token blockieren wir einen CHF auf unserem Konto bei der Schweizerischen Nationalbank. Dies wäre als unreguliertes FinTech nicht möglich. Wir bieten Zugang zu ausgewählten Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum, wobei Kunden nicht nur via Fiat-Geld investieren können, sondern existierende Digital Assets bei der Bank auch eingeliefert werden können. Mittels des oben erwähnten, selbst entwickelten digital CHF Tokens, können wir das Settlement für neu herausgegebene Asset Tokens effizient abwickeln. Zudem bieten wir innovative Asset Management Services, u.a. einen Multi Manager Fund, oder einen auf der SIX gelisteten Digital Assets platform winners Index. All diese Services sind in einem Konto via E- Banking zugänglich, inklusive der für institutionelle Anleger relevanten Reportings. Krieger: Für institutionelle Anleger müssen wir nachweisen können, ob ein Asset tatsächlich existiert. Bislang war es sehr schwierig, diesen Nachweis zu erbringen. Bei uns sind diese Prozesse end-to-end reguliert und geprüft. Was unterscheidet das Angebot von Sygnum von den existierenden Kryptobörsen und Kryptowallets? Krieger: Unsere Kundengruppe ist eine ganz andere. Wir sind keine Retail-Bank. Im Gegensatz zu einem Wallet etwa bei Coinbase ist unser Angebot auch nicht darauf optimiert, mehrmals täglich zu traden. Zurzeit haben wir vor allem grössere Kunden, die Buy-and-Hold-Investments betreiben, oder durch unsere Asset-Management-Produkte einen diversifizierten Zugang zur neuen Asset-Klasse Digital Assets erhalten. Zudem sind wir eine Bank, die nach Schweizer Recht reguliert ist. Bei einem Anbieter irgendwo im Ausland können die Risiken, betrogen zu werden, erheblich sein. Imbach: Eine Kryptobörse wie Coinbase ist auch nicht dasselbe wie eine Bank. Als Schweizer Bank hat man regulatorisches Kapital, das man für die Assets hinterlegt. Unsere technische Lösung inklusive Wallet ist komplett von der Bank abgetrennt, die Wallets unserer Kunden sind diesen auch eindeutig zugeordnet. So können wir die Assets off-balance-sheet halten und wir benötigen kein zusätzliches regulatorisches Kapital, um Kryptowährungen wie Bitcoin onzuboarden. Das macht unser Business Model skalierbar, und schützt die Assets der Kunden. Krieger: Weiter leistet Sygnum wichtige Grundlagenarbeit im DLT-Bereich und wurde beispielweise erst kürzlich als Partner beim renommierten Project Ubin, lanciert durch die Zentralbank in Singapur, willkommen geheissen. VISION 2050 Wie sieht das Banking im Jahre 2050 aus? Warum spielt Ihre Firma dann noch eine Rolle? Banking wird vollständig personalisiert, komplett integriert in unser tägliches Leben – basiert aber weiterhin auf Vertrauen. Und genau das ermöglicht Sygnum ihren Kunden: mehr Kontrolle und direkteren Zugang zu Eigentum und Assets. Warum ist Ihr Unternehmen spannend für die Generationen Y und Z? Weil wir Pionierarbeit in einem spannenden, neuen Feld leisten. Wir haben eine Vision – «Purpose» – und setzen diese mit Passion um, jeden Tag. Wir haben ein sehr junges, interdisziplinäres Team, worauf wir sehr stolz sind. Wie sehen Sie die Zukunft des Schweizer Finanzplatzes? Krieger: Die Schweiz ist im Aufbau sehr föderalistisch, das passt sehr gut zur Blockchain-Technologie. Deshalb ist es auch nicht überraschend, dass die Schweiz in diesem Bereich an vorderster Front mitspielt. Doch um das weiterhin tun zu können, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen. Der Technologiefortschritt verläuft exponentiell. Als Land ist es nötig, die regulatorischen Weichen so zu stellen, dass man für diesen Fortschritt gewappnet ist. In diesem Punkt ist die FINMA gefordert. Imbach: Als Schweizer, der viel Zeit im Silicon Valley und Asien verbracht hat, appelliere ich an die Schweizer Finanzwelt sowie generell unsere Gesellschaft: Wir müssen hungrig bleiben, etwas wagen, Scheitern nicht verurteilen und akzeptieren, dass Fortschritt nur durch harte Arbeit möglich ist !

Archiv