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Zukunft-Banking Dezember 2019

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20 VISION

20 VISION Zukunft Banking 2050 01. Dezember 2019 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch Rino Borini CEO financialmedia & VR Descartes Finance Gemeinsam mit starken Partnern wollen wir an der Vision des besten Finanzplatzes der Welt mitarbeiten. Wie sieht der Finanzplatz im Jahre 2050 aus? Unser Finanzplatz wird das führende Finanzzentrum, das die etablierte- und die Krypto-Welt vereint. Wir haben mit dem Krypto- Franken einen international begehrten Stable-Coin und eine führende Stellung bei blockchain-basierten Anwendungen. Unsere Daten werden zum heissen Gut, die Banken werden zu Trustgebern. Ihre Stellung wird im globalen Wealth Management damit gestärkt. 2050 werden weniger Retailbanken mit mehreren Banking-Fremdanbietern in einem Ökosystem datenbasiertes Banking anbieten. Mit Technologie schaffen wir ein modernes, ehrliches und vorausschauendes Banking. #MakeBankingSexy ist kein Hashtag mehr, sondern Realität. Was habe ich dazu beigetragen? In dem ich weiterhin “tue” statt “verwalte” und neue Themen frei nach “warum nicht” statt “ja, aber” diskutiere. Nach diesem Motto haben wir 2013 mit “Finance 2.0” die erste Fintech Plattform und 2015 mit “Finance 2.0 - Crypto” Bitcoin & Krypto-Banking die aufkommende neue Welt mit der etablierten Finance verbunden. Ich will Brücken bauen - «close the gap» - und Wissen teilen um damit die Menschen in einer komplexen Welt nicht zu verlieren. Banking muss Menschen helfen. Wir werden konsequent unsere Plattformen, Education-Formate und Inhalte ausbauen um das Verständnis für die neue Realität fördern - alles in einem Ökosystem. Wieso spielt mein Unternehmen dann eine wichtige Rolle? Als Unternehmer denke ich langfristig, kurzfristige Profitmaximierung ist langweilig. Wir gehen Risiken ein um die Zukunft mitzugestalten. Ich halte mir gerne das Credo von Jeff Bezos vor Augen: It’s still day one. Genau danach bauen konsequent unsere Produktpalette aus, basierend auf Kundenbedürfnissen. Zudem werden wir neue Zielgruppen aufbauen und unseren Beitrag für Financial literacy leisten. Gemeinsam mit starken Partnern wollen wir an der Vision des besten Finanzplatzes der Welt mitarbeiten. Und wer weiss, bis dann haben wir noch ein Unicorn, made in Switzerland, mit geboren. Die Lust und Ideen sind da. Bernadette Leuzinger COO & CFO, Crypto Fund AG Wie sieht der Finanzplatz im Jahre 2050 aus? Der Finanzplatz wird komplett fragmentiert sein. Open APIs und die Digitalisierung des Finanzsektors senken die Eintrittsbarrieren drastisch und der Übergang zu allen anderen Lebensbereichen wird kaum noch spürbar sein. Kunden entscheiden über alle Aspekte frei von Finanzinstituten. Es spiel keine Rolle mehr, ob mit Geld, Aktien oder anderen Vermögenswerten bezahlt wird. Umrechnungen, Käufe und Verkäufe werden in Echtzeit abgewickelt. Für den Finanzplatz bleibt noch die Beratung und komplexe Aufträge wichtig, bei denen durch eine Dienstleistung ein Mehrwert für den Kunden geschaffen wird. «Um den Veränderungen in der Gesellschaft und den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden, braucht es innovative Ideen, Änderungen der bestehenden Normen sowie ein Umdenken beim Anbieten von Finanzdienstleistungen. Was habe ich dazu beigetragen? Durch Crypto Assets, die Digitalisierung des Finanzsektors wie auch die Dezentralisierung der nötigen Infrastruktur hat sich die Landschaft markant geändert. Um den Veränderungen in der Gesellschaft und den Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden, braucht es innovative Ideen, Änderungen der bestehenden Normen sowie ein Umdenken beim Anbieten von Finanzdienstleistungen. Nur durch viel Pionierarbeit, das Eingehen von Wagnissen, und das Stellen der unangenehmen Fragen, konnten wir mit der Crypto Fund AG innerhalb des aktuellen Finanzumfelds diese Veränderung auf einen stabilen Weg bringen. Wieso spielt mein Unternehmen dann eine wichtige Rolle? Durch die innovativen und dynamischen Investitionsansätze sowie dem tiefgreifenden Fachwissen der Crypto Fund AG nimmt sie in der Investitionslandschaft eine wichtige Rolle wahr. Anlageprodukte sind vollkommen digital und ermöglichen eine höchstmögliche Transparenz für Anleger. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Produkten, die mit der Zeit gehen, sind ein inhärentes Bedürfnis einer neuen Art von Anlegern. Nur Produkte, die den hohen Ansprüchen genügen, haben Bestand. Die Crypto Fund AG ist deshalb eine wichtige Marktteilnehmerin und bevorzugte Gegenpartei für professionelle Investoren. Christian Meier CIO, Yapeal Wie sieht der Finanzplatz im Jahre 2050 aus? Er wird sehr ähnlich aussehen wie heute und die finanziellen Services abdecken. Die Art, wie diese erbracht werden, wie auch die Organisationen, die diese erbringen, werden sich allerdings stark verändern. Geld wird wenig mit dem heutigen von der Industrialisierung geprägten ‘Schuldgeld’ zu tun haben. Die notwendigen Regeln werden digital in das Finanzsystem integriert sein und die Gesetze von heute ersetzen. Firmen werden organischen Strukturen gleichen – Zellen mit Redundanz verbunden in einem Netzwerk. Hierarchien sind weg – und der coolste Job ist der Chief Enabling Officer, der Schwung in die Firma bringt. Was habe ich dazu beigetragen? YAPEAL macht das, was Kunden heute erwarten, aber noch nicht bekommen – wir nennen es das « New Normal ». Wir geben den Benutzern die Kontrolle über Ihr Geld zurück, schaffen Transparenz und helfen allen geschickter mit den eigenen Mitteln umzugehen. Services ohne versteckte Gebühren und Zwang zum Produktkauf. Unser Interesse ist gleich wie jenes der Kunden : bestmöglicher und sicherer Service zu fairen Konditionen. Das ist ein wichtiger Schritt im heutigen Schweizer Finanzplatz, der sich im digitalen Zeitalter behaupten muss. Leider stehen sich die Firmen mit ihren veralteten Strukturen selber im Weg in die Zukunft: Statt Ziele und Ideen dominieren heute Machterhaltung und Sparparolen. Wieso spielt mein Unternehmen dann eine wichtige Rolle? YAPEAL wird 2050 der bevorzugte Anbieter von Finanzdienstleistungen sein, den Kunden lieben. Dazu gilt ee, eine Organisation zu bewahren, die agil und flexible Entwicklungen im Markt und sich ändernde Kundenbedürfnisse antizipieren kann und Trends setzt. Dazu braucht es die besten Fähigkeiten organisiert in kleinen Teams, die schnell lernen und mit ihrem Wissen und den gemachten Erfahrungen die besten Lösungen entwickeln. Die Basis dafür ist ein technologisches Setup, das immer wieder neu erfunden wird – dort, wo der Markt spielt. Hoffentlich auch in der Schweiz. YAPEAL setzt sich dafür ein. «Viele Firmen stehen sich mit ihren veralteten Strukturen selber im Weg in die Zukunft.» Vision 2050. Stefano Rizzi Direktor des Wirtschaftsdepartements des Kantons Tessin Wie sieht der Finanzplatz im Jahre 2050 aus? Dank ihren bedeutenden technologischen Investitionen und ihrer hervorragenden fachlichen Kompetenz, die es ermöglichen, laufend innovative Lösungen zu entwickeln, wird die Schweiz auch in Zukunft als massgebender internationaler Finanzplatz anerkannt sein. Dadurch werden auch die wichtigsten technologischen Plattformen in der Schweiz präsent sein, die vom Vertrauen der Marktakteure und einem hohen Mass an Sicherheit auf institutioneller Ebene profitieren werden. Was hat der Kanton Tessin dazu beigetragen? Der Kanton Tessin ist ein Pionier auf dem Gebiet der Fintech - Aktivitäten und profiliert sich auch dank der aktiven Rolle seiner Innovationsagentur Fondazione Agire schnell als idealer Standort für die Entwicklung von Lösungen, die die Blockchain nutzen. Die grosse Rechenleistung des in Lugano stationierten Supercomputers, die anerkannten vorhandenen Kompetenzen auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz in akademischen Institutionen und grossen Bankengruppen, die sich für ihre technologischen Entwicklungsaktivitäten ausdrücklich für das Tessin entschieden haben, tragen dazu bei, den Schweizer Finanzplatz der Zukunft zu gestalten. « Der Kanton Tessin ist ein Pionier auf dem Gebiet der Fintech-Aktivitäten.» Wieso spielt der Kanton Tessin dann eine wichtige Rolle? Dank dem Aufbau der Tessiner Niederlassung des Innovationsparks Schweiz, zu der auch ein Blockchain- Kompetenzzentrum gehört, kann eine nutzbringende Kontamination zwischen verschiedenen Sektoren gefördert werden und aus dieser Entwicklung können sich auch für den Finanzplatz weitere Chancen ergeben. Die Anziehung von Start-ups und der besten auf dem Markt verfügbaren Kompetenzen werden die Entstehung von neuen bedeutenden Unternehmen fördern, die vom Tessin aus mit einer internationalen Reichweite tätig sein werden. Das Ziel, ein erstes « Einhorn » im Bereich Fintech zu beherbergen, wird in den kommenden Jahren erreicht werden und ist Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen und globale Sichtbarkeit.

01. Dezember 2019 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch Zukunft Banking TRENDSTORY 21 Die Top Five aus 350 FinTech-Start-ups der Schweiz Spot-on für fünf Schweizer FinTech-Start-ups, die das Potenzial haben, Banking in der Schweiz nachhaltig zu verändern. Sie heben sich durch besondere Konzepte und Leistungen von anderen FinTechs ab. Autor: Ruedi Maeder, Chefredaktor von Moneytoday.ch Ruedi Maeder, Chefredaktor von Moneytoday.ch 01 Sonect macht Bargeld überall verfügbar Das FinTech überzieht die Schweiz mit einem Netz von virtuellen Geldautomaten. Über die Smartphone App von Sonect gibt’s jederzeit Bargeld an Kiosken, in Volg-Läden, in Restaurants und an weiteren Stationen, die ein Nutzer täglich ansteuert. Das bezogene Bargeld wird direkt vom Bankkonto des Kunden abgebucht. Sonect schafft mit digitalen Möglichkeiten die Verbindung zu analogem Bargeld. Ein junges Gründer-Team hat mit dieser Geschäftsidee ein Alltagsproblem komfortabel gelöst, das im Dreieck von Kunden- Shop-Banken nur Gewinner hinterlässt. Das FinTech wächst national und international mit einer cleveren Idee, welche sich europaweit durchsetzen wird. sonect.net 02 Futurae macht Menschen beim Banking sicher Futurae geht davon aus, dass Menschen Fehler machen. Dafür sollen sie jedoch nicht bestraft werden. Deshalb hat das FinTech ein Verfahren entwickelt, welches Nutzer bei Logins und sensiblen Transaktionen sicher macht. Die Technologie ist komplex und funktioniert im Hintergrund, für Nutzer bleibt das Login einfach. Das Kernprodukt von Futurae ist eine Zwei-Faktor-Authentisierungslösung, welche ohne Benutzer-Interaktion auskommt und einen maschinellen Lernalgorithmus verwendet, um den Benutzer über Umgebungsgeräusche, hoch frequenziertem Ton und Kontextinformationen sicher zu authentisieren. Das FinTech setzt mit intelligenter Technologie Massstäbe bei der Sicherheit digitaler Transaktionen. futurae.com 03 Yapeal denkt Banking von Grund auf neu Yapeal ist eine digitale Challenger-Bank, die in den nächsten Monaten mit ihrer Smartphone App starten wird. Vorerst mit dem Angebot von Konto, Debitkarte und Zahlungsverkehr – danach laufend erweitert mit kundenorientierten Services, welche das finanzielle Leben der Nutzer wunderbar einfach machen. Hinter Yapeal steht ein exzellentes Team von Profis und Machern mit Erfahrung, die viel versprechende Beta-Version der App ist im Markt, und das schnellste und einfachste Onboarding der Schweiz zeigt heute schon, wohin die Reise in Sachen Komfort gehen wird. Yapeal wird zum Herausforderer für Schweizer Banken. yapeal.ch 04 Sygnum ist die erste Krypto-Bank mit Schweizer Banklizenz Die Krypto-Bank tokenisiert Vermögenswerte, macht sie als digitale Assets verfügbar, bankfähig – und in nächsten Schritten auch handelbar. Digitale Assets können Wertpapiere, Kryptowährungen, Immobilien oder ganz andere Vermögenswerte sein. Die Blockchain- bzw. DLT-basierte Plattform ist bereits operativ im Markt. Die Macher legen in der Entwicklung ein hohes Tempo vor und sind in den Finanzzentren Schweiz und Singapur aktiv. Die Krypto-Bank kooperiert mit der Deutschen Börse, Swisscom und anderen Partnern, um ein digitales Asset-Ökosystem zu schaffen, das die Finanzindustrie verändern wird. Sygnum setzt heute schon Zeichen und wird das neue Gesicht der Finanzbranche eher stark mitprägen. sygnum.com 05 Libra bringt neue Bewegung in die Finanzindustrie Libra steht für eine neue weltumspannende digitale Währungs- und Finanzinfrastruktur. Milliarden von Menschen sollen über App und Smartphone Zugang zu einer einzigen gemeinsamen Blockchain-basierten Digitalwährung erhalten, die national und international verwendet werden kann. Die Libra Association hat ihren Sitz in der Schweiz. Ob das Libra-Projekt 2020 zum Fliegen kommt, ist nicht der zentrale Punkt – der Keim ist gesetzt, die Idee wird weitergetragen: Internationale Politik und Zentralbanken sind aufgeschreckt und reagieren mit eigenen Plänen, um Banking und Zahlungsverkehr einfacher, schneller und günstiger zu machen. libra.org «Wir nehmen die neuen Technologien auf allen Ebenen sehr ernst» Das Fürstentum Liechtenstein zeigt der Schweiz, was Agilität bedeutet. Im Interview verrät Dr. Daniel Risch, Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister des Fürstentums Liechtenstein, warum das Land bei der Digitalisierung vorwärtsmacht und wo die Unterschiede zur Schweiz liegen. Interview: Oliver Schneider Digital Summit, 9-Punkte-Plan, digitale Roadmap und Blockchain-Gesetz : Liechtenstein ist aktuell oft in den Schlagzeilen, wenn es um neue Technologien geht. Warum ist das so ? Daniel Risch: Liechtenstein ist ein starker und innovativer Wirtschaftsstandort. Daher sollte es nicht verwundern, dass wir gerade auch die Themen Digitalisierung und neue Technologien auf allen Ebenen sehr ernst nehmen. Der Vorteil der kurzen Wege kommt uns dabei natürlich zugute. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten in engem Austausch daran, dass wir unsere Position auch in einem sich stark ändernden Umfeld behalten oder ausbauen können. Was erhofft sich das Fürstentum von der Digitalisierung? Die Digitalisierung ist ja nicht etwas, bei dem man mitmacht oder nicht. Vor allem aber ist sie nicht erst seit gestern da und geht morgen wieder weg. Für uns ist die Digitalisierung ein Innovationstreiber, der für unsere Wirtschaft, die Bildung und den Staat zentral ist, und es werden entsprechende Anstrengungen unternommen, um an der Spitze mit dabei zu sein. Welche Themen sind in diesem Zusammenhang relevant für Sie? Die Digitalisierung hat viele verschiedene Ausprägungen. In der Infrastruktur geht es beispielsweise um den raschen Glasfaserausbau, bei dem wir in diesem Jahr die 50-Prozent-Marke aller Haushalte knacken. Bei den rechtlichen Rahmenbedingungen kann das neue Blockchain-Gesetz angeführt werden und bei der Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist die Schwester-Initiative von Digitalswitzerland – nämlich Digitalliechtenstein – sehr rasch und erfolgreich gestartet und ist heute kaum mehr wegzudenken. Sie geben Gas mit digitalen Initiativen. Wie gehen Sie mit den Risiken der Digitalisierung um? Auch hier gibt es verschiedene Risiken und demnach auch verschiedene Ansätze. Ein oft genanntes Risiko ist, dass der Mensch beziehungsweise die Bürger auf der Strecke bleiben könnten. Ich bin der Überzeugung, dass die Digitalisierung immer mit klarem und erkennbarem Nutzen für die Bevölkerung beziehungsweise die Kunden eingesetzt werden muss und so die Akzeptanz auch hergestellt werden kann. Nichtsdestotrotz ist der persönliche Kontakt zwischen Behörden und Bürgern sowie Unternehmen und auch zwischen Unternehmen und Kunden auch in Zukunft wichtig. Einen anderen Bereich stellen die unter dem Begriff Cyberrisiken zusammengefassten Themen dar. Hier werden ebenfalls umfassende Anstrengungen unternommen, auch grenzüberschreitend. Liechtenstein ist in der Krypto-Community als Standort beliebt. Warum wollen Sie ausgerechnet Blockchain-Firmen anziehen? Liechtenstein ist ein Land von Unternehmern. Auf acht Einwohner kommt ein aktives Unternehmen. Im Vergleich dazu liegt die Quote in der Schweiz bei etwa 13 zu 1. Wir ziehen also ganz grundsätzlich gerne innovative Unternehmen an und bieten gute Rahmenbedingungen für das Unternehmertum. Die Blockchain- Technologie – und damit meine ich nicht im Besonderen die Krypto-Currencies – bietet für FinTechs, aber auch für andere Wirtschaftsbereiche, wie beispielsweise die Logistik, sehr interessante Ansätze, die für Liechtenstein relevant sein werden. Was verändert sich, jetzt wo das Blockchain- Gesetz steht? Das Gesetz wird voraussichtlich am 1. Januar 2020 in Kraft treten und wir erhoffen uns, dass die Vorteile eines rechtlichen Rahmens erkannt und genutzt werden. Was sagen Sie denen, die die Blockchain für einen Hype halten ? Ich habe selbst ja einen Hintergrund in der Wirtschaftsinformatik. Und der technologische Ansatz der Blockchain ist für mich ähnlich bahnbrechend wie damals die Idee des Internets. Ich bin also überzeugt, dass wir in Zukunft Blockchain-basierte Lösungen sehen werden, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Wie möchten Sie andere IT-Firmen nach Liechtenstein locken? Die Rahmenbedingungen für Unternehmer sind – wie bereits ausgeführt – sehr gut. Bei uns sind daher nicht nur FinTechs sehr willkommen. Spielt die Mitgliedschaft im europäischen Wirtschaftsraum dabei eine Rolle? Die Mitgliedschaft im EWR auf der einen und die Zoll- und Währungsunion mit der Schweiz auf der anderen Seite sind ein grosser Standortvorteil und für Liechtenstein ein eigentlicher Glücksfall. Was unterscheidet Liechtenstein und die Schweiz in puncto Digitalisierung ? Die Schweiz und Liechtenstein beziehungsweise die Schweizer und die Liechtensteiner sind sich in vielen Punkten sehr ähnlich und eng verbunden. So funktioniert auch der Austausch im Bereich der Digitalisierung grenzüberschreitend sehr gut. Was uns natürlich unterscheidet, ist die Grösse. Und aufgrund einer etwas einfacheren Struktur und den ganz kurzen Wegen ist Liechtenstein vielleicht am einen oder anderen Ort ein kleines bisschen agiler.

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