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Zukunft-Banking Dezember 2019

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08 NEXT Zukunft Banking BIG THING 01. Dezember 2019 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch YAPEALs Weg zum Markteintritt mit der #Yapster Community Vorab möchte ich mich ganz herzlich für die grossartigen Feedbacks zum letzten Artikel in der letzten Ausgabe von Zukunft Banking bedanken. Offen gesagt war mir ein wenig mulmig, per «Du» und in einer Art «persönlichem Brief» nebst den grossen Namen und Hauptdarstellern auf dem Finanzplatz zu erscheinen. Getrieben vom Gefühl, das Richtige zu tun – nämlich authentisch zu bleiben –, wurde ich von allen inklusive den Chefredakteuren/-innen dieser Medien unterstützt. Nochmals – danke, ihr seid die Besten ! Nun kann ich mit einem guten Gefühl dort anknüpfen und 1:1 aus dem yapealischen Nähkästchen plaudern, was uns bewegt, wo wir stehen, was wir mit der Community bislang erreicht haben und wo wir gedenken hinzukommen. Intrinsische Motivation ist nachhaltiger YAPEAL lebt ehrliche Werte wie Transparenz, Nachhaltigkeit und damit verbunden auch Sinnhaftigkeit. Auf unserer Mission, die erste echte digitale und faire Bank für jedermann/frau in der Schweiz zu werden, hören wir stark auf die Community, letztendlich auf unsere «Kunden» aka Freunde aka #Yapster. Dies bedingt einen aktiven Dialog und etliche Tests, um die Wünsche unserer #Yapster Schritt für Schritt zu erfüllen. Auf dieser wunderbaren und herausfordernden Reise haben wir sehr viel über das Verhalten und die Motivation der Menschen in ihrem Umgang mit Geld gelernt. Der Ansatz ist Neudeutsch «straight forward» probieren, messen, korrigieren und wiederholen. Wenn du neugierig genug bist, kannst du auf Social Media (z.B. Twitter oder Linkedin) nach einem unserer Hashtags suchen und dir dein eigenes Bild machen! Häufig verwendete hashtags: #Yapeal #JoinTheMovement #VISADebit #WeAreTheFuture #Yapster #Yalpha Wir sind davon überzeugt, dass unsere Vorgehensweise, im Vorfeld die Community einzubinden, nachhaltiger ist, als wenn im Nachhinein vieles zurechtgebogen werden muss. Die tägliche Nachrichtenflut zu den Themen Challenger-Banken und Disruption nimmt zu, und ehrlich gesagt wirkt das auf mich teils verschoben. Wir sind nicht «gegen» Banken und wir wollen auch niemanden «disruptieren». Im Gegenteil – wir suchen aktiv die Kollaboration bei künftigen Konkurrenten und glauben an ein Ökosystem, in dem verschiedene Anbieter ihre Services einbringen können zum Nutzen der User – und dies auf lokaler Ebene. Wir nennen das «The Global Village». Die Folgen davon sind, dass gewisse Mitspieler den Anschluss verpassen werden, wenn sie sich nicht entsprechend schnell bewegen. Ich sehe da keine aktive Disruption, sondern eher ein durch Passivität selbstverschuldetes Ausscheiden aus der Marktgleichung. Wo stehen wir heute? Grob: Von 0 auf 87 Testpunkte in weniger als einem Jahr. Mittlerweile sind wir mit unseren Systemen « live » – das heisst, eine geschlossene Gruppe (ALPHA User) nutzt die YAPapp mit der ersten VISA Debit-Karte der Schweiz auf täglicher Basis und hilft uns, die YAPapp noch besser zu machen. Detailliert: + 50 ALPHA User haben im letzten Monat bei 1000 unterschiedlichen Händlern in 22 Nationen (vier Kontinente) über 2000 Transaktionen getätigt mit einem Volumen von +75 000 CHF, davon rund ein Drittel online. Wir testen gerade auch unser neues Onboarding mit der Community, wo diverse zusätzliche Sicherheits-Features eingearbeitet wurden. Wir lesen z.B. die Daten via NFC direkt aus dem Chip der biometrischen Pässe, um die Authentizität der Dokumente zu prüfen. Die nächsten #Yapstones ( Meilensteine ) FinTech-Lizenz: Die Ausarbeitung des Lizenzantrags war aufwändiger als angenommen und hat uns zeitlich ein wenig zurückgeworfen (nostra culpa). Nun ist alles so weit ein- und nachgereicht und wir – damit meine ich auch hier wie immer YAPEAL mit der Community – drücken uns die Daumen, dass das bald klappt. Sobald wir die FinTech-Lizenz von der FINMA erhalten haben und wir auch die 100 Testpunkte erreichen, werden wir das « go-public » entsprechend konkret planen und auch kommunizieren. Übrigens, wenn du Lust hast, bei uns mal vorbeizuschauen, melde dich einfach bei mir ( andy.waar@yapeal.ch ) und wir schauen, dass das auch klappt. Wir haben schon lustige Stunden mit vielen Studenten, gestandenen Managern und auch Kids, die für den Zukunftstag Start-up- Luft schnuppern wollten, verbringen dürfen. Weil: Wir nehmen den Begriff « Kundenzentrierung » ernst und stellen tatsächlich unsere Kunden ins Zentrum. Herzlichst, Andy. VISION YAPEAL Wie sieht das Banking im Jahre 2050 aus ? Warum spielt Ihre Firma dann noch eine Rolle ? Wenn Elon wirklich macht, was er sagt, werden wir interplanetarische Transaktionen prozessieren müssen ;-). «The Global Village» und der digitale Austausch von Gütern (Geld, Ware, tokenisierte Güter, etc.) wird die Regulatoren auf Trab halten und wir mit YAPEAL wollen da an vorderster Front unseren Yapstern eine sichere Dienstleistung anbieten können. Wieso ist Ihr Unternehmen spannend für die Generation Y und Z? Weil die Community bei uns Teil des Konzepts ist und uns auf diese Reise nahe begleiten wird. Alles, was wir umsetzen, wurde im Vorfeld mit unseren Yapstern entsprechend diskutiert, gestestest, angepasst, getsestet, angepasst, gtstet, angepasst, getestet ;-) bis die UX einen Go-public-Level erreicht hat. Andy Waar, Co-Founder & CMO YAPEAL « KI wird überall drinstecken und sich nahtlos mit menschlicher Beratung vermischen » Contovista ebnet Banken den Weg, Künstliche Intelligenz gezielt für bessere Kundenberatung und personalisierte Kundenerlebnisse einzusetzen. Die Basis dafür ist der Datenschatz, auf dem die Banken sitzen. Diesen gilt es zu heben. Autor: Marc Landis Contovista ist eine der grossen Erfolgsstorys in der Schweizer Fin- Tech-Szene. 2013 gestartet, ist Contovista heute nach eigenen Angaben der Schweizer Marktführer für Data-driven-Banking. Das Unternehmen bietet White-Label-Software-, Daten- und Analyticslösungen an, die sich reibungslos in bestehende Banksysteme integrieren lassen. Mit seinen digitalen Lösungen will VISION CONTAVISTA Wie sieht das Banking im Jahre 2050 aus ? Warum spielt Ihre Firma dann noch eine Rolle ? Das Banking wird dann komplett Datengetrieben sein. Und Datenanalyse und KI sind die Kernkompentenzen von Contovista. Deshalb werden wir auch dann noch da sein. Wieso ist Ihr Unternehmen spannend für die Generationen Y und Z? Diese Generationen sind es gewohnt, smarte digitale Lösungen zu nutzen, die individuell auf sie zugeschnitten sind. Dies erwarten sie selbstverständlich auch von ihren Banken. Diese nutzen unsere Software- und Analyticslösungen, um optimal auf entsprechende Kundenbedürfnisse einzugehen. das Unternehmen Banking persönlicher und damit besser für Banken und ihre Kunden machen. «Wir ermöglichen Banken, ihre vorhandenen Daten effektiv und profitabel zu nutzen», sagt Kevin Smith, Head of Analytics & AI von Contovista. Dies mithilfe von Big Data Analytics und Künstlicher Intelligenz (KI). Sie werden die Kunde-Bank-Beziehung nachhaltig verändern. Dessen ist sich Kevin Smith sicher. Dabei werden Kunden in allen finanziellen Entscheidungen unterstützt, wie das etwa Contovistas persönlicher Finanzassistent bereits bei verschiedenen Banken und Kreditkartenanbietern tut. Aber auch bei nicht alltäglichen Entscheidungen kann KI basierend auf individuellen Präferenzen helfen. Wenn sich ein Kunde etwa mit 35 Jahren den Traum vom Eigenheim erfüllen möchte, kann die KI entsprechende Empfehlungen abgeben, damit er dieses Ziel erreicht. Und auch Banken können ihre Berater mittels KI im Kundenkontakt unterstützen, um die Beratungsqualität zu verbessern. «Überall wird KI enthalten sein und sich nahtlos mit menschlicher Beratung vermischen.» Der Kundenberater kann sich so auf die zum entsprechenden Zeitpunkt relevantesten Fälle konzentrieren und proaktiv auf Kunden zugehen. So sollen schlussendlich alle Kunden von einer personalisierten Beratung profitieren, die bisher lediglich Private-Banking- Kunden vorbehalten war. Für Banken bedeutet der Einsatz von KI und damit verbundene Personalisierung gleichermassen Effizienzsteigerung und Stärkung der Kundennähe. «Wir stellen vermehrt fest, dass Kundenberater ihre Kunden kaum kennen und somit nicht genügend auf deren Bedürfnisse eingehen können», sagt Kevin Smith. Für Banken ist KI also auch der Schlüssel, um mehr Relevanz im Leben der Kunden « Wir bieten praxiserprobte KI-Lösungen an, die sich mit überschaubarem Aufwand in nahezu jede IT-Landschaft integrieren lassen .» Kevin Smith, Head of AI und Analytics, Contovista zu gewinnen. Banken sollten Datenanalysen und Künstliche Intelligenz aber auch für Marketing- und Vertriebsprozesse einsetzen und vorhandene Daten besser nutzen. Das Stichwort hier lautet Data-driven-Banking. Banken besitzen, historisch gesehen, eine enorme Menge an hoch qualitativen Daten, und in Zeiten, in denen Kunden personalisierte Mehrwerte erwarten, wird der gezielte Umgang damit zur Kernkompetenz. Um sich KI und Data-driven-Banking anzunähern, empfiehlt sich laut Kevin Smith «mit kleinen, aber nicht unwichtigen» Pilotprojekten zu starten, um den abstrakten KI-Begriff für alle Mitarbeitenden erlebbar zu machen. Den grössten Erfolg im Data-driven-Banking verzeichnen demnach Banken, die bereit sind, Neues auszuprobieren und sich auf kontrollierte Experimente einzulassen. «Marketing- und Vertriebsorganisationen scheuen sich aber manchmal vor der Arbeit mit Daten», gibt Kevin Smith zu bedenken. Und kleineren und mittelständischen Banken fehlten bisweilen Inhouse-Know-how oder entsprechende Kapazitäten. Spezialisierte externe Partner können diesen Banken hierbei mit Data Analytics und KI den Weg zum Datadriven-Banking ebnen. Auch wenn die Bank nicht über riesige IT-Budgets verfügt. «Wir bieten praxiserprobte KI-Lösungen an, die sich mit überschaubarem Aufwand in nahezu jede IT-Landschaft integrieren lassen», sagt Kevin Smith. Denn die wichtigste Ressource – Daten – ist bei Banken bereits vorhanden. Sie müssten sie «nur» noch nutzen.

01. Dezember 2019 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch Zukunft Banking DIGITALISIERUNG IST CHEFSACHE #bitcoin suisse 09 « Krypto-Finanz ist ein wichtiger Pfeiler für die moderne Schweiz » Bitcoin Suisse ist der Krypto-Pionier in der Schweiz. Seit zwei Jahren führt der ehemalige Credit-Suisse-Banker Arthur Vayloyan das Unternehmen als CEO. Mit Zukunft Banking spricht er über die Chancen von Blockchain und Kryptowährungen für den Schweizer Finanzplatz und outet sich als Fan der Schweizer Landesregierung. Interview: Marc Landis Welche Bedeutung haben Blockchain und Kryptowährungen für die Finanzindustrie? Arthur Vayloyan: Die epochale Bedeutung der Blockchain-Technologie und deren Anwendung für sogenannte Kryptowährungen ist weit grösser, als gemeinhin angenommen wird. Dass aber gleich alles umgepflügt wird, scheint mir eine zu radikale Vorhersage. Doch eins nach dem andern: Die erste dezentrale Applikation für digitale Zahlungen war die Kryptowährung Bitcoin. Lanciert im Oktober 2008 mit einem kurz gehaltenen White Paper. Just zum Zeitpunkt, als die Finanzwelt kurz vor dem Kollaps stand und beinahe die Weltwirtschaft mit in den Abgrund zog. Ab dem 3. Januar 2009 wurde dann das dezentrale kryptobasierte Zahlungssystem Bitcoin mit dem ersten Block aufgeschaltet und läuft nun seit über zehn Jahren 7/24 ununterbrochen. Technisch eine grosse Leistung. Noch viel wichtiger aber: Es wurde damit gezeigt, dass ein Wertaustausch über das Internet zwischen zwei Parteien ohne Einschaltung einer zentralen Drittpartei möglich ist. Das «Internet of Money» war geboren. Der bisherige Informationsaustausch übers Netz wurde damit um einen entscheidenden Anwendungsfall erweitert. So etwas galt lange als schlicht unmöglich. Denn es ist ja gerade die Eigenschaft von digitalen Daten, beliebig kopierbar zu sein, und das zu Grenzkosten von fast null. Für einen Werttransfer zwischen zwei Parteien ist diese Eigenheit der beliebigen Kopierbarkeit aber wertlos, im wahrsten Sinne. Das Verwenden einer Blockchain gekoppelt mit vielen anderen technischen Innovationen ermöglichte dann diese raffinierte Lösung. Heute redet man in diesem Zusammenhang auch manchmal etwas stelzig von DLT, was für Distributed Ledger Technology steht. Klingt gut, aber finden Banken das auch so toll? Sie sind ja Intermediäre ... Die harte Realität: Die Banken verlieren zunehmend ihre Stellung als vertrauensvoller Intermediär. Enormer Kostendruck, schwindende Margen und der potenzielle Verlust ganzer Geschäftszweige tun das Ihrige dazu. Die Anwendung der vielfältigen Möglichkeiten der DLT könnte teilweise helfen, um positive Skaleneffekte zu erzielen. Konkret etwa bei den komplizierten und zum Teil immer noch sehr langsamen Abrechnungs- und Abwicklungsprozessen, gerade im globalen Geschäftsverkehr. Dort ist das Potenzial gross. Es ist erfrischend zu sehen, dass nach anfänglicher grosser Skepsis und lähmender Zurückhaltung immer mehr Banken Initiativen für Blockchain-Anwendungen starten und sogar ein Angebot für Investitionen in Kryptowährungen aufschalten. Sie sind mit Bitcoin Suisse vor allem im Handel mit Kryptowährungen engagiert. Wie steht es um die Regulierung von DLT und Kryptowährungen hierzulande ? Ich bin schlicht begeistert. Vor allem vom Bundesrat, der eine herausragende Führungsrolle rund um das Thema DLT eingenommen hat. Er hat sehr früh erkannt, dass sich die Finanzbranche in der Schweiz auch in diesem Bereich bewegen muss und veröffentlichte schon 2014 einen Bericht zu virtuellen Währungen. Seither zeigte sich die Landesregierung, aber auch die Regierung der Stadt Zug als sehr förderlich für die Anliegen der jungen Krypto-Branche. Eine im März 2019 lancierte Vernehmlassung zur Anpassung des Bundesrechts im Bereich Blockchain und DLT ist ein weiterer wichtiger Schritt. Und die oft kritisierte FINMA war sehr lösungsorientiert, als sie im Februar 2018 ihre Aufsichtsmitteilung zu den ICOs publizierte. Eine Mitteilung, die übrigens weltweit positive Beachtung fand. Wie geht es Bitcoin Suisse? Ich bin nun schon zwei Jahre als CEO bei Bitcoin Suisse und wir haben viel erreicht und einige Herausforderungen gemeistert, inklusive der Erklimmung des Breithorns auf 4164 Meter mit einem Grossteil der Truppe. Ein bisschen stolz darf man da schon sein, vor allem auch auf das geniale Team bei Bitcoin Suisse. Die zupackende und positive Haltung motiviert und ist Ansporn zugleich, dezidiert und umsichtig unser Wachstum voranzutreiben. Als ich am 13. November 2017 anfing, waren wir 20 Leute, heute sind es fast 120. Wir haben 50 Millionen Franken Eigenmittel erwirtschaftet und das mit einem Startkapital von hunderttausend Franken. Ich bin auch zufrieden, wie sich das Image der Branche insgesamt laufend verbessert. Auf welchen Säulen basiert das Geschäft von Bitcoin Suisse ? Bitcoin Suisse befindet sich heute in der strategisch guten Position, verschiedene umsatzstarke Geschäftssparten zu betreiben. Zum traditionell wichtigen Handelsund ICO-Geschäft konnten wir über die letzten Jahre auch die ausschliesslich in der Schweiz installierte und ISAE-3402- geprüfte Verwahrlösung für Kryptovermögen weiter ausbauen. Eine äusserst wichtige Dienstleistung, welche unseren Kunden die hochsichere Lagerung von über einer Milliarde USD in Kryptovermögen ermöglicht. Weiter können unsere Kunden ihre bei uns verwahrten Kryptovermögen belehnen und sind so zum Beispiel nicht gezwungen, im falschen Moment verkaufen zu müssen. Eine Vielzahl weiterer lukrativer Geschäftszweige kommt noch hinzu, welche fürs breite Publikum noch recht exotische Namen tragen, wie zum Beispiel die Tokenisierung und das Staking. Vielleicht etwas handfester ist die kürzlich bekannt gegebene Partnerschaft mit Worldline, dem europäischen Marktführer im Bereich Zahlungsverkehr oder auch unsere umfassende Beratungs- und Analysetätigkeit zu wichtigen kryptobasierten und regulatorischen Fragestellungen. Digital Mindset Auf einer Skala von 0 bis 10: — 7 — — 10 — Wie digital fit sind Sie ? Wie digital fit ist Ihr Unternehmen ? — 10 — – 8 –10 – Wie sehr werden neuen Technologien ( wie Blockchain, AI, Machine Learning, AR / VR ) die Branche verändern ? Wie sehr möchten Sie als Opinion Leader in diese neuen Technologien für die Zukunft investieren ? « Wir sind nur erfolgreich, wenn wir innovativ bleiben, und das ist nicht naturgegeben. » Dr. Arthur Vayloyan, Co-CEO, Bitcoin Suisse Wozu benötigt Bitcoin Suisse eigentlich eine Banklizenz? Wir haben unser Gesuch für eine Bankund Effektenhändler-Lizenz Anfang Juli 2019 bei der FINMA eingereicht. Bis zur Lizenzerteilung wird es noch etwas dauern und man kann sich hier nur in Geduld üben. Aber im Unterschied zu den beiden lizenzierten Krypto-Neulingen blicken wir auf ein Geschäft mit soliden Einnahmen und einem gut diversifiziertem Kundenstamm. Zu Beginn haben wir nur die Effektenhändler-Lizenz angestrebt. Dies ergab sich als zwingende Massnahme durch die ICO-Wegleitung der FINMA, welche eine bestimmte Gruppe von Kryptovermögen als sogenannte Effekten taxierte. Der Handel mit dieser Kategorie von Kryptovermögen kann nur von einem lizenzierten Wertschriftenhändler betrieben werden. Nach erster Analyse habe wir dann erkannt, dass der Weg zur Banklizenz nicht mehr allzu weit ist und eine recht interessante Arrondierung des Angebots erlaubt. Wir können zum Glück auf viele Jahre Geschäftserfahrung blicken und die Lizenzen werden uns erlauben, weitere Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen und diese noch viel intensiver zu bewerben. Das kryptobasierte Finanzgeschäft ist ganz am Anfang. Das mögliche Aktionsfeld ist gross, und in seiner ganzen Dimension noch schwer zu überschauen. Spannend scheint mir, dass die vielfach zitierte Demokratisierung weiter Bevölkerungsteile ohne jeglichen Zugang zu finanziellen Basisdienstleistungen gerade wegen der Möglichkeiten der Krypto-Finanz-Produkte stark vorangetrieben wird. Die ganze Kryptowelt ist auf Dezentralisierung und die Ausschaltung von Intermediären wie etwa Banken ausgerichtet. Warum brauchen Krypto-Unternehmen eine Banklizenz ? Wenn man Banking im Rahmen der geltenden Bestimmungen anbieten will, braucht es eine Lizenz, und zwar eine Bank-Lizenz. Unabhängig davon ist es aber aus Sicht der Kunden so, dass man im Krypto-Umfeld die Technologie von der zugehörigen Dienstleistung trennen sollte. Die Technologie ist dezentral aufgebaut und das bietet viele neue Anwendungen und Vorteile. Das ist so lange eine gute Sache, wie nichts schiefgeht und der Wert der Transaktionen insgesamt überschaubar bleibt. Wenn es aber um grössere Investments geht, braucht es entsprechende Expertise. Kunden schätzen dann erfahrene und professionelle Dienstleister, die sich seit Jahren täglich mit dem Thema beschäftigen und sehr genau wissen, worauf man achten muss. Weiter ist es auch nicht für alle gleich spannend, sich tief mit den technischen und sicherheitsbezogenen Anforderungen auseinanderzusetzen. Das ist eher etwas für Enthusiasten mit hoher Affinität zur Technik. Aber selbst dieses Segment geniesst die Vorteile eines erfahrenen Dienstleisters wie Bitcoin Suisse. Und auf dem Weg bis zur schlüsselfertigen kundenfreundlichen Lösung wird es noch eine Weile dauern. Bis dahin sind wir sicher sehr gefragt. Wie sehen Sie die Zukunft des Schweizer Finanzplatzes? Welche Veränderungen stehen mittel- und langfristig ins Haus? Der Finanzplatz Schweiz muss sich den neuen Technologien stellen, auch der DLT, um daraus Innovationen zu schöpfen. Dafür braucht es die entsprechenden Rahmenbedingungen, welche die Regierung zurzeit hervorragend ausarbeitet. Es ist ein Privileg, in einem Land zu leben, dessen politische Führung mit so viel Augenmass für die wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen agiert. Wir sind nur erfolgreich, wenn wir innovativ bleiben, und das ist nicht naturgegeben. Innovation ist Programm und Krypto-Finanz ist ein wichtiger Pfeiler für die moderne Schweiz, die weltbekannte Crypto Nation Switzerland. VISION 2050 Wie sieht das Banking im Jahre 2050 aus? Technologie wird das Banking nachhaltig verbessern. Dinge, die heute noch holprig und hemdsärmelig daherkommen, werden unser Leben nachhaltig bereichern. Warum spielt Ihre Firma dann noch eine Rolle? Weil wir bis dato sehr erfolgreich waren, anpassungsfähig sind und uns den Veränderungen sehr aufgeschlossen zuwenden und aktiv mitgestalten. Warum ist Ihr Unternehmen spannend für die Generation Y und Z? Wir haben dank unseren Gründern und unserer Geschichte eine offene und interessierte Geisteshaltung gegenüber Neuem. Bitcoin Suisse ist nicht nur für bestimmte Generationen da, sondern für Menschen, denen diese dynamische und offene Kultur gefällt.

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