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Zukunft-Banking Juli 2020

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12 Zukunft Banking TOPSTORY #swissquote Gamechanger 12. / 13. Juli 2020 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch Kryptofonds etwa sind noch relativ jung und können kaum etablierte Prozesse vorweisen. Deshalb arbeiten wir mit solchen nicht oder noch nicht zusammen. Chris Thomas, Head of Digital Assets, Swissquote Swissquote lanciert Krypto-Handel für B2B-Kunden Innovation findet im traditionellen Banking oft nur langsam statt. Vor allem im Bereich der Krypto anlagen haben viele Banken erst kleine Schritte unternommen. Nicht so Swissquote, die als Pionierin des Online-Bankings ihren Kunden bereits seit Juli 2017 anbietet, mit Kryptowährungen zu handeln. Nun schafft Swissquote auch für Geschäfts kunden die Möglichkeit, professionell in den Kryptohandel einzusteigen. Chris Thomas, Head of Digital Assets bei Swissquote, entwickelt dafür die Produkte. AUTOR: COLIN WALLACE, REDAKTION: MARC LANDIS Swissquote ist eine Pionierin im Schweizer Bankwesen. Schon vor 19 Jahren erhielt das Unternehmen die Banklizenz als erste reine Onlinebank mit eigener Tradingplattform in der Schweiz. Das Onlinebanking war damals ein wichtiger Schritt in der Digitalisierung der Finanzindustrie. Heutzutage ist Onlinebanking der Standard, um Bank- und Börsengeschäfte abzuwickeln. Seither hat sich in der Branche viel getan und auch die Finanzkrise von 2007/2008 zwang die Banken zur Innovation. Ein wichtiges Ereignis, das sich im Nachhinein als Paukenschlag erweisen sollte, war im Jahr 2009 die Erschaffung der ersten Kryptowährung Bitcoin durch die Person oder Personen hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Damals war der Bitcoin noch nahezu wertlos und die Technologie stiess auf wenig Interesse. Dies änderte sich 2014, als der Bitcoin-Kurs erstmals kurzzeitig die 1000-US-Dollar-Marke knackte. Allerdings flachte der Kurs auch schnell wieder ab. Erst 2017 erreichte die Kryptowährung wieder diesen Wert, und erreichte Ende 2017 ihren bisherigen Höchstwert von 20 000 US-Dollar. Ende April 2020 stand der Wert für einen Bitcoin bei rund 7500 Dollar bei einer Marktkapitalisierung von rund 131 Milliarden US- Gamechanger 2020 AUF EINER SKALA VON 1 BIS 10: — 7 — — 7 — Wie sehr wird die Corona-Krise die Digitalisierung in der Finanzindustrie beschleunigen ? Wie sehr wird Künstliche Intelligenz den Umgang mit Daten in der Finanzindustrie beeinflussen ? — 6 — — 7 — Wie sehr wird die Verbreitung von Krypto- tokenisierte Assets das Wie sehr werden Währungen die Finanzindustrie verändern ? vestoren beeinflussen Anlageverhalten von In- ? Dollar. Doch der Bitcoin ist längst nicht mehr die einzige Kryptowährung am Markt – mittlerweile gibt es deren Tausende. 2019 vergab die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA erste Banklizenzen an reine Kryptobanken. Viel früher aber hatte die seit 2001 FINMA-regulierte Onlinebank Swissquote den Wert der Technologie erkannt, und bietet seit Juli 2017 den Handel mit Kryptowährungen für Privatkunden an; anfangs nur mit Bitcoin, doch bald integrierte Swissquote auch weitere Coins. Aktuell stehen zwölf Kryptowährungen zur Verfügung, die wahlweise mit Euro oder US-Dollar gekauft werden können: Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Ripple, Bitcoin Cash, Chainlink, Ethereum Classic, EOS, Stellar, Tezos, Augur und 0x. Im Vergleich zur Fülle an Currency Tokens, die zurzeit auf dem Markt sind, ist diese Auswahl an Kryptowährungen überschaubar. Der Grund dafür liegt darin, dass sich die Bank auf liquide Coins konzentriert. Liquidität bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ein Markt mit ausreichend Käufern und Verkäufern ausgestattet ist; in einem liquiden Markt gibt es also genügend Angebot und genügend Nachfrage. B2B-Markt im Fokus Bisher lag der Fokus von Swissquote beim Handel mit Krypto-Währungen auf dem B2C-Markt. Und so handeln derzeit vor allem Privatkunden mit Bitcoin und Co. Nun möchte die Bank den B2B-Markt erschliessen. Dafür holte Swissquote Chris Thomas an Bord. Als Head of Digital Assets entwickelt er neue Produkte und baut die Position von Swissquote im Krypto-Ökosystem aus. Im Speziellen ist es seine Aufgabe, das Digital Asset Business voranzutreiben und die B2B- Plattform von Swissquote auszubauen. Tempo ist entscheidend Mit der Öffnung zum B2B-Markt will das Unternehmen neue Zielgruppen erschliessen und sein Krypto-Know-how innerhalb der regulierten Swissquote-Bank in der Breite zugänglich machen. Zur angepeilten Zielgruppe gehören kleinere Banken und Privatbanken, Vermögensverwalter, Hedgefonds, Family Offices, aber auch Hochfrequenzhändler. Insbesondere für Letztere zählt jede Millisekunde; sie sind auf schnelle Prozesse angewiesen und benötigen eine schnelle digitale Anbindung an die Tradingsysteme von Swissquote. So sollen sich B2B-Kunden in Zukunft nicht mehr wie Privatkunden auf swissquote.ch einloggen müssen, um Kryptowährungen zu handeln. Denn das kostet Zeit. Eine direkte Schnittstelle zur Swissquote-B2B-Plattform mit Integration in die Bankensoftware für B2B- Kunden ist für den Erfolg im Geschäftskundenmarkt unabdingbar. Eine solche Programmierschnittstelle, auch API genannt, entwickelt Swissquote, wie Chris Thomas erklärt. Damit können Geschäftskunden ohne Zeiteinbussen mit Krypto-Währungen direkt mit Swissquote-Preisen auf der eigenen Plattform handeln. Aktuell können auf Swissquote die 12 Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Ripple, Bitcoin Cash, Chainlink, Ethereum Classic, EOS, Stellar, Tezos, Augur und 0x mit Euro oder US-Dollar gekauft werden. Chris Thomas, Head of Digital Assets, Swissquote Know Your Customer und Anti Money Laundering «Swissquote hat schon seit fast 20 Jahren eine Banklizenz und ist damit ein vertrauenswürdiger Partner für Geschäftskunden auf der ganzen Welt», ist sich Chris Thomas sicher. Die FINMA-Regulierung kommt Swissquote insofern zugute, als dass sie als regulierte Bank die Vorschriften zu «KYC» (Know Your Customer) und «AML» (Anti Money Laundering) einhalten muss. Die Regulierung bewirkt auch, dass Swissquote nur Partnerschaften mit vertrauenswürdigen Unternehmen eingeht, die ihrerseits KYC- und AML-Vorschriften einhalten. «Kryptofonds etwa sind noch relativ jung und können kaum etablierte Prozesse vorweisen. Deshalb arbeiten wir mit solchen nicht oder noch nicht zusammen», sagt Thomas. Auch Unternehmen, die gewisse Handelsplattformen für Kryptowährungen nutzen, welche die regulatorischen Auflagen im europäischen Raum nicht erfüllen, fallen bei Swissquote durch das regulatorische Raster. Um sicherzustellen, dass die regulatorischen Vorschriften eingehalten werden, greift Swissquote auf automatisierte Blockchain-Analysten zurück. Diese auditieren Blockchains und die Transaktionen, die darauf getätigt wurden. So kann geprüft werden, welche Wallets für das Tätigen von Transaktionen verwendet wurden. Tauchen Verbindungen auf, die sich nicht nachverfolgen lassen, werden diese markiert. So kann das Compliance-Team von Swissquote nachverfolgen, ob Unternehmen Verbindungen zu unlauteren Parteien unterhalten und entsprechend reagieren. Krypto kann zum grössten Markt überhaupt werden «Zurzeit ist der Kryptomarkt noch recht überschaubar», sagt Chris Thomas. Das Interesse von Geschäftskunden liege momentan vor allem auf den Kryptowährungen, die Swissquote anbietet. Allen voran Bitcoin, aufgrund seines Volumens, der Liquidität und der Einfachheit der Transaktionen: Ganze 95 Prozent der Transaktionen sind Bitcoin zuzuordnen. Das Krypto-Ökosystem habe jedoch das Potenzial, zu einem der grössten Märkte überhaupt zu avancieren. Ermöglicht werde dies durch die Tokenisierung realer Assets. Viele Start-ups haben bereits entsprechende Tokens lanciert. Bei der Tokenisierung realer Assets wird eine digitale Version eines Vermögenswertes erstellt – etwa einer Immobilie oder einem Gemälde. Diese können in kleine Stücke, oder Tokens, aufgeteilt werden, die anschliessend gehandelt werden können, wie Thomas erklärt. So könnte man «theoretisch zehn Prozent des Hauses des Nachbarn besitzen», erklärt Thomas einen Anwendungsfall. Bei der Tokenisierung von Vermögenswerten – sogenannte Security Tokens – gilt es allerdings wie auch bei den Krypto- Währungen bzw. den Currency Tokens das Problem der Liquidität zu lösen. Man kann relativ einfach tokenisierte Assets ausgeben und findet für das STO (Security Token Offering) Investoren. Aber es braucht auch einen Sekundärmarkt, also eine Börse, an dem die Tokens gehandelt werden können. Dies bedingt wiederum ein Angebot und eine Nachfrage, die nötig ist für die Preisgestaltung in zweiseitigen Märkten. Chris Thomas schätzt, dass es noch drei bis vier Jahre dauern wird, bis Assets im grossen Stil tokenisiert und gehandelt werden. Swissquote verfügt bereits heute über eine entsprechende Tokenisierungsplattform. Diese könnte dereinst laut Thomas sogar zur Hauptplattform von Swissquote werden. PERSÖNLICH ÜBER CHRIS THOMAS Chris Thomas ist seit Februar 2020 als Head of Digital Assets für Swissquote tätig. Er war selbst Start-up-Unternehmer im Fintech-Bereich und kann auf zehn Jahre Erfahrung im Investmentbanking zurückblicken. Er arbeitete u. a. als Head of Innovation bei Fidelity Investments, einer der weltweit grössten Vermögensverwaltungs- und Fondsgesellschaften. Dort entdeckte er seine Leidenschaft für Kryptowährungen und entwickelte sein Wissen weiter. Bei Swissquote will Thomas seine unternehmerische Ader ausleben – quasi als Start-up-Unternehmer innerhalb der etablierten Strukturen der Swissquote Bank mit ihren 700 Mitarbeitenden und bestens im Markt etablierten Dienstleistungen. So kann Swissquote mit dem Tempo von Start-ups mithalten und gleichzeitig die bestehenden Geschäftsfelder weiterentwickeln.

12. / 13. Juli 2020 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch Zukunft Banking TOPSTORY #swisscom Gamechanger 13 Distributed-Ledger- Technologie als Fundament für die Schweizer Wirtschaft von morgen In der Schweiz entstehen im Schnellzugstempo neue Unternehmen mit Blockchain-basierten Geschäftsmodellen, vor allem im Finanzsektor. So schnell sich die Technologie verbreitet und weiterentwickelt, fehlt es doch noch an juristischer und technischer Grundlagenarbeit. Und es gilt das Verständnis und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen. Dafür haben Digital Switzerland, Swisscom und MME gemeinsam mit weiteren Partnern die Initiative 4T-DLT gestartet. AUTOR: COLIN WALLACE, REDAKTION: MARC LANDIS Die Digitalisierung durchdringt mittlerweile beinahe sämtliche Aspekte unseres Alltags. Doch die Digitalisierung hat auch ihre Schattenseiten. Daten können kopiert, verändert, gestohlen oder missbraucht werden. Was wäre aber, wenn es eine Methode gäbe, digitale Informationen und Vermögenswerte sicher aufzubewahren und sogar zu übertragen? Das verspricht die Distributed Ledger Technologie (DLT). Ein Distributed Ledger ist eine Art Datenbank, die auf mehrere Standorte, Regionen oder Teilnehmer verteilt ist. Die Blockchain ist eine bestimmte Art von Distributed Ledger. Das grundlegende Prinzip ist simpel: Digitale Informationen werden in einem elektronischen Buch (Ledger) gespeichert. Mehrere Kopien dieses Buchs werden an sicheren Orten aufbewahrt, und jeder Besitzer des Buchs leistet seinen Anteil an der korrekten Buchführung. Auf diese Weise wird die Information im Buch bzw. auf dem Ledger einmalig, unveränderbar und übertragbar. So kann die digitale Information aufbewahrt und übertragen werden – als wäre sie ein Geldstück. Die digitale Information kann dabei alles Mögliche repräsentieren: digitale Objekte wie Aktien oder die Urheberrechte zu einem Video, aber auch physische Werte wie Gold oder eine Immobilie. JETZT MITMACHEN Swisscom und MME arbeiten nicht im stillen Kämmerlein vor sich hin und präsentieren ein fixfertiges Konzept. Die Initiative verfolgt einen Community-Ansatz, sämtliche Ergebnisse sind Open Source. So versprechen sich die Initianten etwa Inputs, Kritik und Feedback aus der Industrie. Luka Müller und Johs. Höhener suchen auch aktiv nach Experten, die dabei mithelfen sollen, die Kernthemen zu definieren. Die Mitwirkenden werden in drei Gruppen unterteilt: Die Stakers, die Shapers, und die Contributors. Stakers unterstützen die Initiative finanziell – bisher als Stakers dabei sind MME und Swisscom. Die Shapers arbeiten als DLT-Experten an der Umsetzung und leisten einen konkreten Beitrag zu den vier Vertrauens elementen. Zu den Shapers zählen unter anderem Experten der ZHAW, von SIX und der Crypto Valley Association. Contributors erarbeiten – gemeinsam mit den Shapers – Grundlagen- und Informationsmaterial für die die Infrastruktur von morgen. Möchten Sie dabei mithelfen, das Fundament für die Schweizer Wirtschaft von morgen zu legen? Informieren Sie sich unter nebenstehendem QR-Code: DIESE TS BILDEN DIE VERTRAUENSELEMENTE VON 4T-DLT T1 – VERTRAUENSELEMENT DER (RECHTLICH VERBINDLICHEN) INFORMATION Wie können wir die Authentizität, Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von Informationen sicherstellen? Trusted Custody Trusted Information T3 – VERTRAUENSELEMENT DER VERWAHRUNG Wie können wir Unternehmen als auch Privatpersonen befähigen, digitale Rechte, Informationen und Vermögenswerte zuverlässig und einfach (selbst) zu verwahren (z. B. Sicherheitsstandards, User Experience, Auditierbarkeit)? Die grundlegende Technologie fand ihre erste Anwendung 2009 in der Form von Bitcoin. Seit da hat sich DLT stetig weiterentwickelt, und die Schweiz hat sich in den letzten Jahren ein beachtliches Ökosystem mit innovativen Fintechs und Blockchain- Unternehmen gebildet, die vor allem im Finanzbereich, aber auch anderen Industrien wie Energie oder Pharma tätig sind. Doch bislang sind die Rahmenbedingung für DLT noch nicht so ausgefeilt wie für die traditionelle Finanzbranche. Im November 2019 verabschiedete der Bundesrat nun eine Botschaft, um genau diese Rahmenbedingungen weiter zu verbessern. Auf Basis dieser Botschaft soll je nach Parlamentsentscheid 2021 ein neues Gesetz eingeführt werden. Das Ziel des Gesetzes ist es, die Rechtssicherheit zu erhöhen, Hürden für Anwendungen von DLT zu beseitigen sowie Missbrauchsrisiken zu begrenzen. Das Gesetz ist insbesondere relevant für Finanzmarktangebote im Blockchain-Bereich. T2 – VERTRAUENSELEMENT DER TRANSAKTION Wie können wir die Verbindlichkeit (Werthinterlegung), Zuordnung (Anzahl der Anteile) und den Transfer (z. B. Peer to Peer) effizient, rechtssicher und einfach machen? Trusted Transfer Trusted Consensus T4 – VERTRAUENSELEMENT DES KONSENSUS Wie können wir eine standardisierte und internationale Kommunikationsbasis für digitale Rechte, Informationen und Vermögenswerte etablieren (z. B. Protokolle für Wertemissionen, Interoperabilität zwischen Protokollen)? Der gemeinsame Nenner: 4T-DLT Doch allein mit der Gesetzgebung ist es nicht getan. Wie schon beim Internet, bei Dateiformaten oder bei Computerschnittstellen, braucht es eine einheitliche Sprache, die sämtliche Akteure in einem Ökosystem sprechen, damit sie sich untereinander verständigen und austauschen können. Somit müssen nicht nur juristische, sondern auch technische Grundlagen, Anforderungen und Standards definiert werden, um eine sichere, verlässliche digitale Infrastruktur erarbeiten zu können. Dieser Aufgabe stellt sich Swisscom gemeinsam mit der Zürcher Wirtschaftskanzlei MME und weiteren Partnern unter dem Patronat von Digital Switzerland. Die Initiative «4T-DLT» soll die Voraussetzungen schaffen für die Nutzung einer DLT-Infrastruktur in einem funktionierenden Ökosystem. Als Blockchain-Hub ist die Schweiz in einer idealen Situation dafür, diese Standards zu setzen, sagt Johs. Höhener, Head of FinTech bei Swisscom. Höhener verspricht sich viel von der Distributed Ledger Technologie: «Werte sollen in Zukunft so übertragen werden können wie Informationen – so einfach wie eine E-Mail.» Doch es brauche eine Infrastruktur, Standards und den juristischen Rahmen, um dies möglich zu machen. «Was wir hier machen, ist Grundlagenarbeit», erklärt Luka Müller, Gründungspartner und einer der Leiter des Fintech-/ Blockchain-Teams bei MME: «Wir wollen dem Markt auf Grundlage des neuen Gesetzes ein Hilfsmittel an die Hand geben.» Grundsätzlich gehe es darum, Bürgerinnen und Bürger zu befähigen, das Potenzial der Distributed Ledger Technologie zu nutzen, damit digitale Informationen und digitale Werte und Rechte selbstbestimmt verwahrt sowie einfach und effizient übertragen werden können. Selbstbestimmt bedeutet auch, dass es keine Mittelsmänner mehr braucht: «Wir wollen in der Schweiz den Standard für die 4 Trust- Elemente schaffen.» Johs. Höhener, Swisscom «Wenn man heute ein Wertpapier kauft, geht man über eine Bank an die Börse. Irgendwann kann der Bürger Wertpapiere direkt kaufen oder übertragen – ohne Intermediäre», führt Müller aus. Es ist nicht die erste Kooperation zwischen Swisscom und MME. Gemeinsam haben sie bereits die Blockchain-basierte Plattform «Daura» entwickelt. Daura gibt nicht-börsenkotierten Unternehmen die Möglichkeit, digitale Aktien zu emittieren. Es ist quasi eine «Druckmaschine für die digitale Aktie», wie Müller sagt. So können nicht nur Bürgerinnen und Bürger selbstbestimmt agieren, sondern auch Unternehmen. Johs. Höhener erklärt: «Es entsteht die Möglichkeit von kleinen und regionalen Handelsplätzen. Es werden Infrastrukturen entstehen, in denen Werte gehandelt werden können, wie es bislang nicht möglich war, etwa Anteile an einem Haus, Beteiligungen an einer Pizzeria und mehr.» Vier zentrale Vertrauenselemente Swisscom und MME definieren vier Grundpfeiler für ein funktionierendes DLT-Ökosystem. Für die Zukunft einer Blockchainbasierten Infrastruktur sei es unerlässlich, Vertrauen in die verschiedenen Aspekte der Technologie zu schaffen. Daher stammt auch der Name 4T-DLT: 4T steht für die vier Trust- oder Vertrauens-Elemente für ein Schweizer DLT-Ökosystem. Die Vertrauenselemente dienen als Vehikel, um die Standards zu definieren und Verständnis in einer breiten Öffentlichkeit zu erreichen, erklärt Höhener. «Die Struktur des Finanzmarkts wird sich durch Krypto radikal verändern.» Luka Müller, MME

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