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Zukunft-Banking Juli 2020

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06 Gamechanger

06 Gamechanger Zukunft Banking TOPSTORY #swisscom 12. / 13. Juli 2020 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch Liquid Banking – so sieht die Bank von morgen aus Auch Banken müssen heute schnell und agil sein, wenn sie bestehen wollen. Sonst laufen sie Gefahr, überholt zu werden. Mit Liquid Banking hat Swisscom ein Konzept entwickelt, das Banken helfen soll, ihre Abläufe und Entwicklungsschritte zu beschleunigen. AUTOR: COLIN WALLACE, REDAKTION: MARC LANDIS Oliver Kutsch, Head of Banking, und Henning Gebert, Head Specialized Sales Banking, von Swisscom haben mit Liquid Banking ein Konzept entwickelt, das die Herausforderungen aufzeigt, vor denen die etablierten Banken heute stehen. Banken müssen effizienter werden sowie schneller und flexibler auf Kundenbedürfnisse reagieren können. Kurz gesagt, Banken sollen agiler werden. Das Konzept, das in einem Whitepaper niedergeschrieben ist, soll Banken als Orientierung dienen und bietet deren IT-Organisationen einen Ordnungsrahmen, in dem sie agieren, bekannte Risiken reduzieren und neue Geschäftschancen eröffnen können. Im Konzept nennen die Autoren fünf Handlungsfelder, um Banken auf die Herausforderungen vorzubereiten, die auf ihre IT-Organisationen zukommen werden. Modulares Banking Viele Schweizer Banken zeichnen sich durch eine monolithische IT-Architektur aus, in deren Zentrum eine Kernbankenanwendung steht. Obwohl effizient im Betrieb, ist eine solche Architektur oft träge, wenn es gilt, neue Herausforderungen zu bewältigen. Dies, weil viele Abhängigkeiten zwischen Systemen bestehen, die berücksichtigt werden müssen. Diese Abhängigkeiten können nur verringert werden, indem IT- Architekturen voneinander entkoppelt werden und ein modulares System gleichberechtigter Komponenten entsteht. Plattform & PaaS Banking Die zunehmende Dynamisierung des Finanz sektors hat zur Folge, dass Banken ihre Produkte und Dienstleistungen künftig schneller auf den Markt bringen und diese auch laufend anpassen müssen. Gleichzeitig bleiben die Anforderungen an die hohe Banken sollten sich auf den mobilen Kanal konzentrieren. Henning Gebert, Head Specialized Sales Banking, Swisscom SO GELINGT LIQUID BANKING DATENGETRIEBENES BANKING Lass keine Daten ungenutzt und vermische keine operativen mit analytischen Datenbereichen. PLATTFORM & PAAS BANKING Fokussiere die IT auf optimale Unterstützung von Kunden-/Partnerbeziehungen und der Kernwertschöpfungsleistungen. Stelle sicher, dass alle agilen Vorhaben, die z. B. auf Cloud-Plattformen erstellt werden, durch die interne IT-Organisation gesteuert werden. Nutze für die Unterstützung von nichtdifferenzierenden Kernwertleistungen PaaS-Angebote. Stabilität und Qualität, welche Bankdienstleistungen auszeichnen, erhalten. Um dieses Spannungsfeld zu managen, sollten IT- Organisationen Themen mit niedriger Geschäftsrelevanz möglichst weit an Managed Services oder auf as a Service Plattformen (PaaS) auslagern. Die freigewordenen Kapazitäten ermöglichen ihnen, in geschäftskritischen Bereichen entsprechend schneller auf Veränderungen zu reagieren. Die werkzeuggestützte Eigenentwicklung unter Nutzung von cloudbasierten Plattformen gewinnt hier an Stellenwert. Sie ermöglichen die zeitnahe Unterstützung von individuellen Wettbewerbsvorteilen durch IT- Lösungen, da mit ihnen geschäftsnah, schnell und individuell entwickelt werden kann. Datenschutz ist die Herausforderung des datengetriebenen Geschäfts. Oliver Kutsch, Head of Banking, Swisscom AUTOMATISCHES BANKING Reduziere Abwicklungsvarianzen und eliminiere manuelle Tätigkeiten. Mobiles Banking Geht es nach Gebert und Kutsch, ist es nur eine Frage der Zeit, bis mobile Geräte zum zentralen Digitalkanal im Banking werden – nicht nur auf Kundenseite, sondern auch aufseiten der Bank. Dazu zählen laut den Autoren Smartphones, aber auch Tablets oder Wearables. Der grosse Vorteil dieser Mobilgeräte im Vergleich zu PCs liege in der Personalisierung: Ein Computer wird etwa von mehreren Familienmitgliedern genutzt und die Applikation «weiss» nicht immer, wer genau auf der anderen Seite der Tastatur sitzt. Smartphones und Wearables sind stark an deren Besitzer gebunden und ermöglichen es, zu jeder Zeit Kontakt mit ihren Besitzern aufzunehmen. Sie beeinflussen durch ihre Sensoren und Bildschirme gleichzeitig Art und Form der Kommunikation, welche effizient über sie durchgeführt werden kann. Banken sollten sich deshalb zunehmend auf diesen Kanal konzentrieren. Gleichzeitig postulieren Gebert und Kutsch, alles, was im digitalen Kontext nicht auf Mobilgeräte ausgerichtet ist, sei unterstützend und damit auf ein Minimum zu reduzieren. MODULARES BANKING Entkopple Architekturen weg von einer Zentralkomponente hin zu mehreren gleich berechtigten Komponenten für Kunden- und Partnerinteraktionen, Abwicklung und Analytik. MOBILES BANKING Reduziere alles, was nicht auf Mobilgeräte – für Kunden wie Mitarbeitende – ausgerichtet ist, auf das Minimum. (Grafik: Evhen Pylypchuk – stock.adobe.com) Datengetriebenes Banking Das Sammeln, Strukturieren und Auswerten von Daten ist eine der wichtigsten wertschöpfenden Aufgaben im 21. Jahrhundert. Banken verfügen über riesige Datenmengen, aber sie schöpfen das Potenzial dieser Daten kaum aus, wie Kutsch und Gebert im Whitepaper schreiben. Dabei könnten solche Daten etwa genutzt werden, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln oder bestehende zu optimieren, damit sie den heutigen Bedürfnissen und Erwartungen der Kunden an ein modernes und intuitives Nutzererlebnis entsprechen. Es ist mittlerweile auch möglich, grosse Datenmengen zu geringen Kosten auszuwerten. Doch dies hat nur einen Sinn, wenn die Auswertung zentral in das Geschäftsmodell integriert wird. Eine Herausforderung des datengetriebenen Geschäfts liegt im Datenschutz. Die Sicherheit und der Schutz des Kunden und dessen Daten müssen laut Konzept sorgfältig mit dem möglichen Kundennutzen abgewogen werden und bedürfen deren expliziter Zustimmung – besonders beim Austausch von Daten ausserhalb der Bank. Doch vor allem im Austausch von Daten mit Dritten, auch mit branchenfremden Akteuren, liege NACHGEFRAGT WIE SIEHT EINE MODERNE, MODU- LARE IT-ARCHITEKTUR GLEICHBE- RECHTIGTER KOMPONENTEN AUS? Oliver Kutsch: Die Entkopplung der Systeme richtet sich nach dem fachlichen Flexibilisierungsbedarf. Dies kann durch vertikale Aufteilung nach Angebotsgruppen z. B. Zahlen, Finanzieren, Anlegen oder horizontale Aufteilung nach Interaktionszyklen z. B. Anbahnung, Vertrag, Ausführung, Analyse erfolgen. Beide Ansätze können natürlich kombiniert werden, die Systemanzahl sollte aber auf das zur Strategieunterstützung notwendige Mass begrenzt werden. WAS BEDEUTET DIE VERLAGERUNG VON E-BANKING ZU MOBILE BANKING FÜR DIE BANK? Henning Gebert: Mobile Lösungen erfordern andere Interaktionsmuster als statio näre Lösungen. Die Konzentration auf das Wesentliche und Geschwindigkeit stehen im Vordergrund. Gleichzeitig bieten mobile Geräte aufgrund des starken Bezugs zu ihren Besitzern einfache Identifikation und durch ihre Sensorik, z. B. GPS, Raum für kontextsensitive Ansprache. WELCHE BEISPIELE VON PAAS- LÖSUNGEN FÜR BANKEN GIBT ES? Kutsch: Banken haben heute eine Vielzahl von PaaS-Angeboten zur Auswahl. Dies ein enormes Potenzial hinsichtlich der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Automatisches Banking Moderne Bankdienstleistungen funktionieren heutzutage digital, etwa der Zahlungsverkehr oder Währungstransformationen, und werden zwischen allen Parteien vollautomatisch abgewickelt. Die heranwachsende Konkurrenz, etwa durch Digitalbanken und den Einstieg branchenfremder Wettbewerber, zwingt etablierte Banken nach Gebert und Kutsch, ihre Effizienz kontinuierlich weiter zu verbessern. Auch in diesem Zusammenhang ist die Bank auf leistungsfähige IT angewiesen, welche die erforderlichen Werkzeuge für die sogenannte «Robotic Process Automation» und das «AIgestützte Prozessmanagement» bereitstellen muss. Die Automatisierung transaktionaler Prozesse erfordert mittelfristig zudem weniger personelle Ressourcen. Banken sollten sich daher frühzeitig mit neuen Einsatzgebieten und Umschulungen auseinandersetzen. Noch zieren sich allerdings viele Banken davor. Diese fünf Bereiche bilden laut dem Liquid- Banking-Konzept eine Grundlage für Banken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie zeigen auch auf, dass die Rolle der Banken-IT sich verändern muss – sie wird für Banken zur Basis zukünftiger Wettbewerbsfähigkeit. beginnt bei industrieneutralen Angeboten wie z. B. für das Personalmanagement und das Marketing, geht über unterstützende Leistungen wie Capturing, Financial Messaging oder Stammdatenservices, bis hin zu Plattformen, die Teile oder gesamte Kernwertleistungen unterstützen wie z. B. Client Lifecycle Management oder den Zahlungsverkehr. WIE KÖNNEN BANKEN IHRE DATENSCHÄTZE HEBEN? Gebert: Banken besitzen sehr viele Informationen über ihre Kunden und ausgezeichnete Mechanismen, um sie zu schützen. Es obliegt den einzelnen Instituten zu entscheiden, wie intensiv sie Informationen zur Verbesserung der eigenen Leistungserbringung nutzen und wie umfassend sie ihre Kunden in die Entscheidung über die Informationsnutzung einbeziehen. Hier liegen erhebliche Differenzierungspotenziale. WAS MACHEN BANKEN MIT DEN MITARBEITENDEN, DIE DURCH AUTOMATISIERUNG IHRE STELLE VERLIEREN? Kutsch: Dies ist eine gesamtwirtschaftliche Herausforderung, die alle Branchen betrifft. Viele Schweizer Banken sind bisher in der Lage, frei werdenden Mitarbeitenden andere Aufgaben zu übertragen und die natürliche Fluktuation zu nutzen.

12. / 13. Juli 2020 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch Zukunft Banking INNOVATION IST CHEFSACHE #avaloq Gamechanger 07 «Covid-19 wird die Digitalisierung im Banking beschleunigen» Die Kundenbedürfnisse verändern sich, und auch die Datenhaltung gewinnt für Banken an Bedeutung. Avaloq, ein global führender Anbieter von digitalen Banking-Lösungen, lanciert dieses Jahr drei neue Plattformen, um diesen Veränderungen Rechnung zu tragen. Wie das Banking der Zukunft aussehen wird, erklärt Martin Greweldinger, Group Chief Product Officer bei Avaloq. INTERVIEW: MARC LANDIS, REDAKTION: COLIN WALLACE Inwiefern sehen Sie sich selbst als Gamechanger in der Finanzindus trie? Martin Greweldinger: (Lacht) Die Entwicklung von Gamechanger-Produkten bzw. -Software ist immer eine Teamleistung. Ich selbst bin hier also nicht der Gamechanger – wer das Spiel verändern will, braucht ein starkes Team und einen starken Arbeitgeber im Rücken. Beides haben wir hier bei Avaloq. Inwiefern sehen Sie Avaloq als Gamechanger in der Finanzindustrie? Bereits die Vision von Avaloq und der Grund, weshalb Avaloq vor über 30 Jahren gegründet wurde, machen uns zum Gamechanger. Banken sollten sich beim Banking und bei der Vermögensverwaltung auf das Kerngeschäft konzentrieren können: die Wertschöpfung für den Kunden. Alle anderen Prozesse, wie beispielsweise das Backoffice, sollten weitmöglichst automatisiert werden, um die Effizienz zu maximieren. Genau da setzen wir an. In der Schweiz gibt es viele gute Digitalmarktanbieter und auch viele gute Anbieter im Core-Banking-Bereich. Doch es gibt nur wenige, welche die ganze Prozessstrecke von Endkunden über Berater bis zum Core Settlement vollständig automatisieren können. Das Bankgeschäft verändert sich. Sales und Client Enablement laufen zunehmend über digitale Kanäle. Dabei wirkt Covid-19 wie ein Katalysator für die Digitalisierung im Banking und es wird diese rasante Entwicklung noch weiter beschleunigen. Digitale Kanäle mit Straight-Through-Processing (STP) in Echtzeit werden für das Kundenengagement und -management daher immer wichtiger. Ein hoher Automatisierungsgrad und eine saubere Datenhaltung sind dafür essenziell. Sie ermöglichen es Banken, Prozesse in Echtzeit zu verwirklichen und daraus Wissen zu generieren. Mit diesem Wissen, bekannt auch als Artificial Intelligence, können Kunden beraten werden, es kann aber auch für das Management von Kundenbeziehungen oder für das Kunden engagement genutzt werden. Es braucht eine Plattform, die sämtliche Prozesse automatisiert und orchestriert. Das macht Avaloq zum Gamechanger. Intelligente Automatisierung unterstützt Banken nicht nur auf der Operations-Seite, sondern auch in der Be ratung. Martin Greweldinger, Group Chief Product Officer, Avaloq Sie haben Covid-19 als Katalysator der Digitalisierung angesprochen: Wie wird sich das Coronavirus als Gamechanger auf die Finanzindustrie auswirken? Covid-19 wirkt vor allem in zwei Bereichen als Katalysator für die Digitalisierung des Bankwesens: Im Front-End- und im Core- Banking-Bereich. Durch die ganze Situation und die Ausgangsbeschränkungen gingen die Kunden nicht mehr gerne direkt zur Bank, und auch viele Bankangestellten arbeiteten und arbeiten zum Teil immer noch im Homeoffice. Es muss also sichergestellt werden, dass Bankmitarbeitende ihr Kundenmanagement auch von zu Hause aus betreiben können, ohne dass das Schweizer Bankgeheimnis verletzt wird. Dazu müssen beispielsweise kundenidentifizierende Daten von nicht-kundenidentifizierenden Daten getrennt werden. Weiter braucht es Mittel zur Kommunikation zwischen Bank und Kunden. Dabei ist es für das Engagement wichtig, dass Kunden über ihre präferierten digitalen Kanäle mit ihren Beratern in Kontakt treten können und nicht über irgendeine eigene, neue App. Kunden wollen über Plattformen kommunizieren, die sie auch privat im Alltag nutzen und auf denen sie sich wohlfühlen, etwa beispielsweise über Whatsapp. Covid-19 wird die Digitalisierung in diesen Bereichen vorantreiben, was schliesslich auch zur Abnahme der Heterogenität im Bankwesen führen wird. Gleichzeitig nimmt die Nutzung von cloudbasierten Diensten zu. Momentan existiert eine grosse Heterogenität im Banking-Umfeld – jede Bank hat eine andere Infrastruktur. Avaloq ist auf die Kollaboration zwischen Banken ausgelegt. Das heisst: Wir entwickeln den gleichen Code für viele Banken mit den entsprechenden Anforderungen der einzelnen Banken. Dasselbe machen wir bei den verschiedenen Systemen. Da hilft uns der Move zur Cloud, da so eine Standardisierung der Systeme herbeigeführt werden kann, die es bis anhin so nicht gab. Welche Trends gibt es aktuell in Ihrem Geschäftsfeld als Anbieter von Bankensoftware? Einen Haupttrend sehe ich in der intelligenten Automatisierung. Schlagwort ist hier wiederum STP, also die automatisierte Abwicklung von Prozessen. So können etwa Zahlungen abgewickelt werden, ohne dass sie von einer Person überprüft werden müssen. Das sieht man im Payment-Bereich, zum Beispiel bei den Neobanken. Intelligente Automatisierung unterstützt Banken aber nicht nur auf der Operations-Seite, sondern auch in der Beratung. Wenn Berater beim Austausch mit Kunden alle relevanten Informationen direkt angezeigt bekommen, hilft das enorm. Das ist einer der Gründe, warum wir unsere neue Plattform «Avaloq Engage» entwickelt haben. Ich sehe auch einen Trend zur Kooperation. Früher war es so, dass jede Bank alles selbst und alleine machen wollte. Wichtig dabei ist, dass Kooperationen über eine standardisierte, offene Plattform ablaufen. Das Stichwort hier lautet Open Banking. Dabei gilt es, miteinander zu kooperieren und sich auf Schnittstellen zu einigen. Es geht darum, wirklich integrierte Lösungen zu entwickeln und vom bisherigen «Best of Breed»-Gedanken wegzukommen. Der dritte grosse Punkt ist die Industrialisierung des Bankwesens. Durch sie sollen Redundanzen eliminiert und Prozesse standardisiert werden. Das geschieht wie bereits angesprochen durch die Standardisierung der Infrastruktur durch die Cloud. Ein weiterer Trend, den ich auf Kundenseite wahrnehme, ist die «unsichtbare Bank». Banking wird in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu einem Service werden, der transparent in vielen Prozessketten eingebunden ist. Eine weitere Entwicklung, die aus diesem Trend hervorgeht, nennen wir die «Demokratisierung des Wealth Managements». Das heisst, nicht nur grössere, sondern auch kleinere Kunden kommen in den Genuss von Gamechanger 2020 AUF EINER SKALA VON 1 BIS 10: — 8 — — 10 — Wie sehr wird die Corona-Krise die Digitalisierung in der Finanzindustrie beschleunigen ? Wie sehr wird Künstliche Intelligenz den Umgang mit Daten in der Finanzindustrie beeinflussen ? — 9 — — 9 — Wie sehr wird die Verbreitung von Krypto- tokenisierte Assets das Wie sehr werden Währungen die Finanzindustrie verändern ? vestoren beeinflussen Anlageverhalten von In- ? Banking-Produkten und -Dienstleistungen, die früher nur wohlhabenden Kunden vorbehalten waren, da die Produkte nun skaliert angeboten werden können. Sie sprachen von Avaloq Engage. Was hat es damit auf sich? Avaloq Engage, Wealth und Insight sind unsere drei neuen Plattformen, die sich als Konsequenz des technologischen Wandels und auch des Wandels der Kunden und ihrer Anforderungen an ihre Bank ergeben. Mit Engage haben wir eine Omnichannel-Plattform entwickelt. Die komplette Kundenbetreuung und -interaktion über alle Prozessbereiche läuft darüber. Kunden können über Whatsapp, Line oder WeChat mit ihren Beratern in Kontakt treten. Die Lösung ist aber kein reines Kommunikationstool. Die kompletten Bankingfunktionen der Plattform, sei es Advice, Portfolio, Trading, News oder Sales-Kanäle, sind in Avaloq Engage eingebunden. Der Relationship Manager der Bank hat also einen smarten digitalen Assistenten an seiner Seite. Dieser smarte Assistent liest den Chat mit und kann durch die integrierte KI die Bedürfnisse des Kunden erschliessen. So kann er dem Relationship Manager Vorschläge liefern, welche Produkte oder Informationen er dem Kunden direkt anbieten kann. Mit Avaloq Wealth tragen wir dem Trend zur Hyperpersonalisierung im Beratungsumfeld Rechnung. In den nächsten drei bis fünf Jahren kommt es im globalen Vermögensverwaltungsgeschäft zu einem gewaltigen Generationswechsel. Viele grosse Portfolios werden von den Babyboomern auf die jüngere Generation übertragen, und diese haben andere Bedürfnisse als die ältere Generation. Sie wollen ihre Belange in Echtzeit abwickeln können, sie möchten Anlagen mit einem individualisierten Risikoprofil tätigen können und sie verlangen nach einem auf sie zugeschnittenen, personalisierten Ökosystem. Mit unserer Wealth- Plattform können wird diese individuellen Bedürfnisse befriedigen. Avaloq Insight ist eine Plattform zur Aufbereitung von Daten – ein sogenanntes «federated learning system». Das ist ein Machine-Learning-Algorithmus, der über alle teilnehmenden Kunden hinweg Daten verarbeitet. So haben wir eine riesige Menge an Daten, mit denen der Algorithmus trainiert wird. Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto bessere Unterstützung bietet der Algorithmus. Welche weiteren Produkte oder Dienstleistungen entwickeln sie? Wir sehen über die nächsten Jahre hinweg ein grosses Wachstumspotenzial im Bereich Open Banking und den damit entstehenden Ökosystemen im Wealth-Management-Segment. Hier sind wir bereits gut positioniert mit dem Avaloq.one Ecosystem, das wir kontinuierlich ausbauen wollen. Auch im Krypto- beziehungsweise im DLT-Bereich (Distributed-Ledger-Technologie) wird es noch einige sehr spannende Use Cases geben, beispielsweise in Bezug auf Krypto- Asset- Lifecycles. Wir glauben stark an digitale Anlagen; wir bieten bereits jetzt ein Krypto-asa-Service-Modul an. Mit welchen Herausforderungen müssen sich Finanzinstitute und Vermögensverwalter im Zusammenhang mit der Digitalisierung auseinandersetzen, wenn sie mittel- und langfristig erfolgreich sein möchten? Die grösste Herausforderung für Banken sind Datenhaltung – Datenmanagement, -kontrolle und -konsistenz. Es existieren nach wie vor zu viele Datensilos, welche die Banken aufgeben müssen. Vor allem im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung geht nichts ohne qualitativ perfekt aufbereitete Datensätze. Wie sehen Sie die mittelfristige Entwicklung im Bankensektor? Im Wealth-Management-Bereich wird das Aufwand-Ertrag-Verhältnis ein grosses Thema sein. Die Marktteilnehmer mit einer klaren Strategie und mit eindeutigem Fokus werden mehr Erfolg haben als Banken, die von allem ein bisschen anbieten. Was auch kommen wird, ist die zunehmende Kooperation im Banking, insbesondere auch zwischen Banken und auch Nicht-Banken wie zum Beispiel Fintechs. PERSÖNLICH ÜBER MARTIN GREWELDINGER Martin Greweldinger kann auf eine langjährige Erfahrung im digitalen Banking-Bereich zurückblicken. Bevor er im Januar 2019 zu Avaloq stiess, war er Principal und zentrales Mitglied der Branchenbereiche Banken/Finanzen und Technology & Digital bei der Boston Consulting Group. Davor war er mehr als 15 Jahre für eine Reihe führender Finanzinstitutionen tätig, darunter die Commerzbank, Credit Suisse und Dresdner Bank. Als Group Chief Product Officer ist er bei Avaloq verantwortlich für die Entwicklung neuer innovativer Softwarelösungen für Banken und Vermögensverwalter.

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