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Zukunft-Banking Juli 2020

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08 Gamechanger

08 Gamechanger Zukunft Banking TOPSTORY #weareseba 12. / 13. Juli 2020 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch Brückenbauer zwischen der alten und der neuen Welt Vor knapp einem Jahr hat die auf digitale Assets spezialisierte SEBA Bank von der FINMA eine Banken- und eine Effektenhändlerlizenz erhalten. Ihrem Anspruch, als Gamechanger die Finanzindustrie voranzutreiben, ist sie nicht nur mit innovativen Produkten gerecht geworden, sondern auch mit einer eigenen Bildungsplattform, an der drei renommierte Hochschulen beteiligt sind. AUTOR: MARC LANDIS (Bild : Adam – stock.adobe.com) Die Corona-Pandemie verändert die Gesellschaft nachhaltig. Eine globale Rezession ist absehbar, in der Arbeitsplätze und Firmen vernichtet werden. Es eröffnen sich aber auch neue Wege und Möglichkeiten, ganz im Sinne der «kreativen Zerstörung», die als Erster der Ökonom Joseph Schumpeter beschrieb. Ein solche Zerstörung – heute nennt man es Disruption – ist in jeder ökonomischen Entwicklung notwendig, damit alte Strukturen durch neue ersetzt werden können und dadurch Gesellschaft und Wirtschaft weiterkommen. So auch in der digitalen Welt. Digitalisierung erhält gewaltigen Schub durch Corona Eine solche Neuordnung bahnt sich an. Die weltweit verordneten Lockdowns haben der Digitalisierung einen veritablen Schub verliehen. Was Anfang Jahr noch für unmöglich gehalten wurde, namentlich in hochsensiblen Branchen wie der Finanzindustrie, hat über Nacht plötzlich funktioniert: Banken, grosse und kleine Firmen, Konzerne, Regierungen und Verwaltungen verlagerten die Arbeitsplätze ins Homeoffice und hielten so die zahlreichen Systeme wie die Elektrizität, die Telekommunikation, den Handel oder eben das Finanzsystem am Leben. Drei Folgen sind bereits erkennbar 1. Wir werden in Zukunft nicht mehr so arbeiten wir zuvor. 2. Die Digitalisierung wird schneller und radikaler in unseren Alltag dringen. 3. Die Digitalisierung hat eine Reihe von Problemen offengelegt: Cybersicherheit, digitale Identität und Authentifizierung. Dafür braucht es neue Lösungen, neue Produkte und neue Dienstleistungen. Eine DIE BANK ÜBER SEBA Die SEBA Bank ist Pionierin in der Finanzindustrie, die eine fortschrittliche technologische Brücke zwischen der digitalen und der traditionellen Asset- Welt schlägt. SEBA wurde im April 2018 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Zug, Schweiz, und erhielt im August 2019 die Schweizer Bank- und Effektenhändlerlizenz. Das breite und vertikal integrierte Dienstleistungsspektrum sowie die hohen Sicherheitsstandards machen das Leistungsversprechen von SEBA einzigartig. SEBA ermöglicht den Kunden, an einem Ort traditionelle und digitale Vermögenswerte anzulegen, sicher zu verwahren, zu handeln und zu beleihen sowie in Zukunft Token auszugeben. (Quelle: SEBA) Digital Assets sind als Anlageklasse nicht mehr wegzudenken. Marcel Harmann, Head SEBAversity Technologie, die derartige Probleme lösen kann, ist die Blockchain: ein globales dezentrales Netzwerk, das auf Vertrauen, Sicherheit (Kryptografie) und Transparenz basiert. Die Transaktionen und Informationen werden nicht mehr auf einem zentralen Rechner, sondern auf vielen Rechnern parallel gehalten. Sie sind dadurch unveränderbar, manipulationssicher und rückverfolgbar. Mit anderen Worten: Daten wie digitale Vermögenswerte sind extrem sicher aufbewahrt und können dank der Blockchain-Technologie nicht kopiert werden. Blockchain ermöglicht eine Evolution vom Internet der Informationen zum Internet der Werte. Gestiegenes Interesse an Digital Assets Die Schweiz gehört mit ihrem Crypto Valley zu den weltweit führenden Hubs für Blockchain-Technologie. Hier wird an Lösungen und Geschäftsmodellen von morgen gearbeitet, namentlich im Fintech-Bereich und in der Finanzinfrastruktur. Die SEBA Bank hat früh das Game-Changing-Potenzial der Blockchain-Technologie erkannt und in Rekordzeit ein neues Finanzinstitut aufgebaut. SEBA verbindet die alte und die neue Finanzwelt miteinander und schlägt eine Brücke zwischen herkömmlichen und digitalen Vermögenswerten. «Wir haben in der Coronakrise gesehen, dass Digital Assets an Bedeutung und Akzeptanz gewonnen haben. Gerade das Wir haben viel Pionierarbeit geleistet. Unser Bankenund Geschäftsmodell überzeugt. Guido Bühler, CEO, SEBA Bank Aushängeschild unter den Kryptowährungen, der Bitcoin, hat in diesen turbulenten und unberechenbaren Zeiten seine Bewährungsprobe bestanden und ist wieder auf dem Niveau vor Corona. Digital Assets sind als Anlageklasse nicht mehr wegzudenken», sagt Marcel Harmann, Head SEBAversity. Eine aktuelle Umfrage von «The Tokenist» bestätigt diesen Befund. Die Wahrnehmung von Kryptowährungen ist gegenüber 2017, als die letzte Umfrage mit denselben Fragen durchgeführt wurde, wesentlich positiver, nicht zuletzt dank regulatorischer Fortschritte. Zudem geben heute 47 Prozent der 4800 befragten Personen an, sie würden Bitcoin mehr Vertrauen schenken als Grossbanken. Das sind 27 Prozent mehr als drei Jahre zuvor. Pionierin in der Vermittlung von Wissen Knapp ein Jahr nachdem die SEBA Bank ihre Banklizenz von der FINMA erhalten hatte, gründete sie eine eigene Bildungsplattform namens SEBAversity, die allen an Blockchain und Digital Assets interessierten Kreisen die neue Philosophie und das Anlageuniversum näherbringt. «SEBAversitiy ist eine neue, weltweit einzigartige, nicht gewinnorientierte Bildungsplattform im Bereich Blockchain und Anleger können einfach in den Markt der Digital Assets einsteigen. Stefan Schwitter, Head Investment Solutions SEBA Bank Digital Assets. Blockchain-basierte Finanzanwendungen und digitale Vermögensanlagen zählen zu den grössten wirtschaftlichen Innovationen unserer Zeit. Der Bedarf an Wissen und Ausbildung ist in der breiten Öffentlichkeit, bei Investoren, in Unternehmen, speziell bei Banken und anderen Finanzdienstleistern gross. In diese Lücke springt die SEBA Bank mit der SEBAversity und massgeschneiderten Ausbildungsangeboten», erklärt Guido Bühler, CEO SEBA Bank. Mit einem Online- und Offline-Angebot vereint SEBAversity praxisorientiertes Expertenwissen mit akademischer Forschung. «Besonders stolz sind wir, dass wir mit dem FinTech Innovation Lab der Universität Zürich, der Hochschule Luzern und dem Frankfurt School Blockchain Center drei renommierte akademische Partner für die SEBAversity gewonnen haben», ergänzt Harmann. Die Aus- und Weiterbildung sind konform mit den Standards der SAQ Swiss Association for Quality und finden aktuell in Webinaren und später in sogenannten «Walk-ins» im SEBA X Space am Sitz der SEBA Bank in Zug statt. Einfach in die Welt der Digital Assets investieren Ende Juni startete die Bank die Ausgabe von strukturierten Produkten auf digitale Assets. «Wir haben ein Dual-Currency- Zertifikat auf Bitcoin und US-Dollar lanciert. Das positive Echo bestätigt uns, dass der eingeschlagene Weg stimmt. Ziel war es, dass die Anleger über ihre Hausbank einfach in den Markt der Digital Assets einsteigen können. Dieses Zertifikat richtet sich an Investoren, die von der hohen Schwankungsbreite und den daraus resultierenden Renditechancen von Bitcoin profitieren wollen.» erklärt Stefan Schwitter, Head Investment Solutions bei der SEBA Bank. Als First Mover gut positioniert «Die SEBA Bank ist gut auf Kurs», sagt CEO und Gründer Guido Bühler. «Wir haben viel Pionierarbeit geleistet. Mit unseren Dienstleistungen und Produkten ermöglichen wir institutionellen Kunden, darunter auch anderen Banken, den Einstieg in die Digital Assets. Dabei haben wir gezeigt, dass unser Banken- und Geschäftsmodell überzeugt.». Die SEBA Bank versteht sich nicht nur als Finanzinstitut, sondern auch als Tech- Unternehmen und Provider von Wissen und Dienstleistungen für andere Banken. Und die Bank hat den Anspruch, über das reine Bankgeschäft hinaus einen Beitrag an die Gesellschaft und die Weiterentwicklung des Swiss Banking zu leisten. «Wir wissen, dass die Digitalisierung die Gesellschaft, die Wirtschaft und das Finanzsystem radikal verändert. Die Coronakrise wird diesen Transformationsprozess massiv beschleunigen. Wir von der SEBA Bank sind als First Mover und Gamechanger in dieser «kreativen Zerstörung» hervorragend positioniert», sagt CEO Guido Bühler. AUSBILDUNG ÜBER SEBAVERSITY ▪▪ SEBAversity ist eine neuartige, nicht gewinnorientierte Bildungsplattform im Bereich Blockchain-Technologie, Digital Assets & Kryptowährungen. ▪▪ Mit einem Online- und Offline-Angebot vereint SEBAversity praxisorientiertes Expertenwissen mit akademischer Forschung. ▪▪ Mit dem FinTech Innovation Lab der Universität Zürich, der Hochschule Luzern und dem Frankfurt School Blockchain Center kann SEBAversity auf renommierte akademische Partner zählen. ▪▪ SEBAversity richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen. Diese können ihre Mitarbeiter in SAQ-konformen Ausbildungen zu Blockchain und Kryptowährungen schulen lassen.

12. / 13. Juli 2020 | netzwoche.ch/ZukunftBanking | moneytoday.ch Zukunft Banking TOPSTORY #inacta, #tezos Gamechanger 09 Jetzt tut sich etwas: Die Banken steigen ins Tokenisierungs geschäft ein Daniel Rutishauser, Head Blockchain Services bei inacta und David Fuchs (r.), Head of Enterprise Adoption EMEA bei Tezos. Der Hype um Initial Coin Offerings hat sich gelegt. Jetzt nimmt die Tokenisierung – also die Emission von digitalen Vermögenswerten – Fahrt auf. Auch mehrere Kantonalbanken arbeiten an entsprechenden Projekten, wie ein Insider weiss. AUTOR: MARC LANDIS Über das DLT-Team bei inacta In seinem Werk «Marketability and Value: Measuring the Illiquidity Discount» (Juli 2005) beschreibt Aswath Damodaran, dass ein börsennotiertes Unternehmen eine Liquiditätsprämie von 20 bis 30 Prozent gegenüber einem nicht börsennotierten Unternehmen aufweist. Das bedeutet, dass unter ansonsten gleichbleibenden Bedingungen ein Asset an Wert gewinnt, wenn es durch Verbriefung etwa an einer Börse handelbar gemacht wird. Tokenisierung ist in ihrem Kern nichts anders als die Verbriefung von Vermögenswerten – allerdings wird hier das Asset in Form eines sogenannten Tokens auf einer Blockchain- bzw. DLT-Infrastruktur verbrieft, welche die Aufbewahrung und Übertragung von Vermögenswerten vereinfacht sicherstellt. Der grosse Vorteil solcher Tokens ist, dass sie Fungibilität in bisher illiquide Assetklassen bringen, weil es einfach, kostengünstig und effizient möglich ist, einen Vermögenswert zu tokenisieren. «Angesichts dieser Argumente erstaunt es nicht, dass auch traditionelle Geldhäuser wie einige Schweizer Kantonalbanken sich konkret mit entsprechenden Projekten befassen», sagt Daniel Rutishauser, Head Blockchain Services beim Zuger Beratungsunternehmen inacta. Rutishauser ist deshalb überzeugt, dass die Tokenisierung von Assets auf Blockchain-Technologie die Verbriefung von Wertschriften revolutionieren wird. Damit das geschehen kann, braucht es entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen. Diese beschloss der Nationalrat auf Initiative des Bundesrats am 17. Juni 2020. Das Ziel der Vorlage ist es, die Rechtssicherheit zu erhöhen, Hürden für Blockchain-Anwendungen zu beseitigen und Missbrauchsrisiken zu begrenzen, wie PERSÖNLICH ÜBER DAVID FUCHS David Fuchs ist Head of Enterprise Adoption EMEA bei der Tezos Foundation. Fuchs verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Finanzindustrie und war zuletzt als Senior Business Manager für Digitalisierung bei der Schweizer Bank Vontobel tätig, wo er die Blockchainund DLT-Bemühungen des Unternehmens, den elektronischen Abwicklungsdienst, das Account Management bzw. den Verkauf von B2B-Produkten und -Dienstleistungen leitete. Vor seiner Tätigkeit bei Vontobel war er für die SIX Swiss Exchange, die Credit Suisse und als Berater für verschiedene Finanzdienstleistungsunternehmen tätig. (Quelle: Tezos) Finanzminister Ueli Maurer nach der Abstimmung sagte. Die Gesetzesänderungen müssen nun noch vom Ständerat angenommen werden, was frühestens in der Herbstsession geschehen dürfte. Obwohl es in der Schweiz noch keine entsprechende Gesetzgebung gibt, ist die Blockchain keine neue Erscheinung. Die erste Anwendung einer Blockchain datiert von 2009 und ist noch immer die bekannteste und auch diejenige mit der grössten Marktkapitalisierung: die Kryptowährung Bitcoin. Auf Platz zwei folgt die Ethereum- Plattform, die es sich zum Ziel gemacht hat, sogenannte Smart-Contracts – also automatisiert ablaufende Verträge – auf ihrer DLT-Infrastruktur abzubilden. Bei beiden gibt es aber einige systembedingte Probleme: Sie sind träge und lassen kaum technologische Weiterentwicklung zu. Zudem steht der hohe Energiebedarf bei der Validierung von neuen Einträgen auf der Blockchain mit dem sogenannten Proof-of-Work-Konsensus- Mechanismus (PoW) im Widerspruch zum aktuellen Zeitgeist. Dazu später mehr. Für die Anwender einer PoW-Blockchain der ersten (Bitcoin) oder zweiten Generation (Ethereum) ergibt sich zudem ein Technologie-Risiko aufgrund sogenannter «Hard Forks», also Abspaltungen von der ursprünglichen Blockchain. Anwender einer solchen Blockchain müssen nach einem «Fork» entscheiden, welche Version sie künftig nutzen wollen – das kann mit hohem finanziellem sowie technologischem Aufwand verbunden sein. Nicht zu vernachlässigen ist auch das Risiko von Sicherheitsmängeln, die in der Vergangenheit etwa bei Ethereum zu zahlreichen Verlusten, teils in Millionenhöhe, geführt haben. Diese Probleme hat das Tezos-Ökosystem auf ihrer Blockchain gelöst. Damit schickt sich Tezos an, mit seiner selbst entwickelten Smart-Contract-Infrastruktur die Übertragung von Werten auf der Blockchain zu revolutionieren – Blockchain 3.0 quasi. Die Tezos-Stiftung, die im Zuge eines Fundraisings 2018 rund 230 Millionen US- Dollar eingesammelt hat – die Marktkapitalisierung ist mittlerweile um ein Vielfaches gestiegen –, investierte bisher rund 60 Millionen US-Dollar in Projekte. Heute gehört Tezos von der Kapitalisierung her zu den Top-10-Kryptowährungen weltweit. Auf der Tezos-Blockchain, die als Plattform für Unternehmenskunden konzipiert ist, können unter anderem tokenisierte Vermögenswerte sicher und schnell übertragen werden. Dies ermöglicht das sogenannte Proof-of-Stake-Konsensus-Verfahren, das schneller als Proof of Work ist und gleichzeitig auch deutlich weniger Energie verbraucht. Vereinfacht betrachtet, lässt sich der Proof-of-Stake-Mechanismus mit einer Aktiengesellschaft vergleichen – wer einen grösseren Anteil am Unternehmen besitzt, erhält mehr Stimmrechte, die zu Entscheidungen berechtigen, aber auch möglicherweise eine Entlohnung, das sogenannte Staking-Entgelt. Es verwundert deswegen nicht, dass auch andere Blockchains zum schnelleren und energieeffizienten Proofof-Stake-Mechanismus übergehen möchten. Wenn traditionelle Anlagen tokenisiert werden, bedeutet das auch die Demokratisierung beim Handel mit Vermögenswerten. Daniel Rutishauser, Head Blockchain Services inacta Tezos treibt Enterprise-Adoption voran Für die Tezos-Stiftung in Zug, die das via Fundraising eingenommene Kapital verwaltet, geht es nun darum, das Tezos-Netzwerk um neue Partner zu erweitern und Unternehmen die Verwendung der Tezos- Blockchain interessant zu machen. Dafür holte Tezos David Fuchs an Bord, der viel Kapitalmarkt-Erfahrung mitbringt. Er wird als Head of Enterprise Adoption EMEA die Akzeptanz der Tezos-Technologie breit in der Unternehmenswelt verankern. Für Fuchs ist klar, dass Tezos dafür die optimalen Voraussetzungen bietet: «Tezos ist Open Source, und Transaktionen gehen schnell. Zudem gehen Unternehmen, die Produkte oder Apps auf die Tezos-Blockchain bringen, viel geringeres Technologierisiko etwa durch Forks ein. Denn Tezos kann sich technologisch weiterentwickeln, ohne dass eine Fork nötig ist, und zwar indem die Besitzer der Tokens demokratisch über die nächste Protokolländerung abstimmen können. Das ist ein Gamechanger!» Immobilien auf Tezos tokenisieren Internationale Kunden wie die grösste Investmentbank Brasiliens, BTG Pactual, oder die Investmentfirma Dalma Capital aus Dubai nutzen das Tezos-Protokoll, um sogenannte Security Token Offerings (STOs) durchzuführen, also Wertschriften auf der Blockchain zu tokenisieren. «BTG Pactual ist auf die Tezos-Blockchain gekommen mit dem Ziel, einen Grossteil ihres Immobilienportefeuilles in Security Tokens zu wandeln. Dies, um über neue Absatzkanäle neue Investoren gewinnen zu können und diese am Erfolg partizipieren zu lassen», sagt Fuchs. Immobilien sind ein gutes Beispiel dafür, wie Tokenisierung funktioniert: Der Wert eines Gebäudes wird in Form von Tokens verbrieft, in kleine Einheiten gestückelt und durch einen Smart Contract umgesetzt. Dieser kann etwa eine regelmässige Zinszahlung oder ein bestimmtes Nutzungsrecht beinhalten. «Es gibt viele Blockchain-Projekte im Real-Estate-Umfeld – Immobilienentwickler tokenisieren nicht nur bestehende Liegenschaften, sondern finanzieren auch ganze Bauprojekte über STOs», sagt Fuchs. Die Beschaffung von Geldmitteln über ein STO gilt mittlerweile nicht nur unter Blockchain-Enthusiasten als effiziente und kostengünstige Alternative zur traditionellen Finanzierung. Zahlungsverkehr auf Tezos Für Fuchs stehen ausser der Immobilienbranche weitere Branchen im Fokus. Der ehemalige Börsen- und Bankmitarbeiter will bei Tezos insbesondere auch Finanzinstitute als Partner gewinnen, die etwa den Zahlungsverkehr auf der Tezos-Blockchain automatisieren könnten. «Ich bin überzeugt, dass wir Blockchain-Projekte mit traditionellen Instituten realisieren werden», sagt Fuchs. «Blockchain wird der Finanzindustrie helfen, die Verbriefung von Vermögenswerten effizienter, sicherer und schneller zu gestalten.» Die Tezos Foundation agiert dabei aber nicht als zentrale Stelle, sondern als Teil des Ökosystems, sagt Fuchs. «Wer zu uns kommt, für den finden wir die Partner, die am besten geeignet sind, ein entsprechendes Projekt umzusetzen. Wir bringen diejenigen zusammen, die Blockchain- Lösungen anbieten beziehungsweise suchen.» Fuchs spricht die Sprache der Finanzinstitute Als ehemaliger Banker kennt David Fuchs die Painpoints der Finanzinstitute, spricht deren Sprache und versteht gleichzeitig, welches die Vor- und Nachteile von Tezos für die Banken sind. Zudem ist er sich bewusst, was es bedeutet, sich in einem regulierten Markt zu bewegen. Überdies bringt er bei Tezos das Verständnis ins Unternehmen, wie die Finanzinstitute ticken und wie man deren Bedürfnisse erfüllen kann. «Viele Blockchain-Start-ups tun sich schwer, den nächsten Schritt zu machen und eine hohe Adoption zu erreichen, weil ihnen die Sicht der Unternehmen fehlt, mit denen die Blockchain-Projekte zu realisieren sind», sagt Fuchs, «aber ich weiss auch, dass sich viele Institute schwer damit tun, die richtigen Partner zu finden, um gemeinsam die Entwicklung und Innovation umzusetzen.» Die richtigen Partner zu haben, ist auch für Tezos wichtig. Mit Partnern erweitert sich das Tezos-Netzwerk und es gehen Türen zu Kunden und Projekten auf, die sonst verschlossen blieben. «Nur mit Partnerschaften ist es möglich, eine breite Akzeptanz für Blockchain zu schaffen», ist sich Fuchs sicher. Ein wichtiger Partner im Tezos-Netzwerk ist etwa inacta, der die Entwicklung des Crypto Valley seit Anfang massgeblich mitprägt. «Wir arbeiten gerne mit Unternehmen zusammen, die schon einen gewissen Track-Record haben und über spezifisches Know-how verfügen. Das ist bei Implementierung und Beratung von Blockchain- bzw. DLT-Projekten zentral», sagt Fuchs. inacta baut Technologiekomponenten Daniel Rutishauser sieht die Rolle inactas in der Partnerschaft mit Tezos auch darin, Basiswissen rund um Blockchain und die damit verbundene Geschäftsmodell-Innovation zu vermitteln. «Wenn es darum geht, Wertschöpfungsketten auf der Blockchain zu bauen und Applikationen zu entwickeln, sind wir der richtige Ansprechpartner,» sagt Rutishauser, «inacta kann Technologiekomponenten liefern, die es auf der Tezos-Blockchain noch nicht gibt.» Über allem steht die Vision Tezos’, dass dereinst auch Privatnutzer via Smartphone-App auf digitalen Wallets gestückelte Anteile an Aktien, KMUs, Private Equity Fonds etc. erwerben und handeln können. «Wenn traditionelle Anlagen tokenisiert werden, bedeutet das auch die Demokratisierung beim Handel mit Vermögenswerten», sagt Daniel Rutishauser. Die Mission von Tezos ist es derweil, die Technologie zu promoten und die Applikation im Gesamtökosystem weiterzuentwickeln. Man darf darauf gespannt sein, wie schnell Tezos wachsen wird. GLOSSAR STO = das Security Token Offering (auch tokenisiertes IPO) ist eine Art öffentliches Angebot, bei dem tokenisierte digitale Wertpapiere, sogenannte Security Token, an Kryptowährungsbörsen verkauft werden. Token = digitaler Repräsentant eines Wertes auf einer Blockchain Tokenisierung = digitale Verbriefung von Vermögenswerten auf einer Blockchain

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