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IT for Health 01/2020

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xxxxxx Auf die Plätze, fertig, EPD ! 16

2020 startet das elektronische Patientendossier. Darauf haben sich alle Akteure verständigt und vorbereitet. Aber wie parat ist das Schweizer Gesundheitswesen? Eine Umfrage unter Spitälern zeigt, wie es um das EPD steht. Autor: Sven Martens Den 15. April 2020 haben sich Akutspitäler, Rehakliniken und stationäre Psychiatrien rot im Kalender markiert. Denn an diesem Tag sollte gemäss dem Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG) von 2015 das elektronische Patientendossier (EPD) starten. Die Ziele für das EPD sind im Gesetz klar formuliert: die Qualität der medizinischen Behandlung stärken, die Behandlungsprozesse verbessern, die Patientensicherheit erhöhen und die Effizienz des Gesundheitssystems steigern sowie die Gesundheitskompetenz der Patienten fördern. Das EPD selbst ist «eine Sammlung persönlicher Dokumente mit Informationen rund um die Gesundheit», wie E-Health Suisse definiert. Ab 2022 soll es auch für Pflegeheime verbindlich werden. Doch schon der Start in diesem Jahr wird nicht wie geplant stattfinden. Der Grund: Die Lizenzierung der regionalen Anbieter der EPDs, der sogenannten Stammgemeinschaften, verzögert sich. Derzeit befinden sich acht solcher Stammgemeinschaften im Aufbau, unter denen die Spitäler und andere Akteure auswählen können. Aber selbst wenn der Start nicht wie geplant im April vonstattengeht, die Vorbereitungen laufen weiter auf Hochtouren. Wie sich die Spitäler auf das EPD vorbereitet haben, welches Potenzial sie sehen und welche Probleme gelöst werden müssen, zeigt eine Umfrage unter Schweizer Spitälern und Kliniken. Spitäler und Kliniken haben ihre Hausaufgaben gemacht Die Antworten der Spitäler und Kliniken auf die Frage nach den Vorbereitungen für den EPD-Start sind nahezu einstimmig: «Wir sind bereit», lautet die Botschaft an die anderen Akteure. Die letzten technischen Abschlussarbeiten liefen noch im Februar 2020. Die Schaffung der Schnittstelle zwischen der EPD-Plattform und den internen Systemen, wie zum Beispiel dem Klinikinformationssystem (KIS), sei abgeschlossen. Die Spitäler haben intensiv Integrationsstrategien ausgearbeitet. Der Zeitraum der intensiven Vorbereitungen dauere zum Teil seit Jahren. Dazu gehöre etwa auch der Aufbau eines EPD-Kompetenzzentrums als Ansprechstelle für Patienten, wie im Kantonsspital Baselland. Und spätestens für April 2020 seien die letzten Schulungen für die Mitarbeitenden geplant. Zu den Vorbereitungen gehört ebenfalls der finanzielle Aspekt. Die Spitäler rechnen hier mit Kosten in sechsstelliger Höhe. Von einer «Pflichtübung» spricht das St. Claraspital Basel. Dazu kommen wiederkehrende Kosten für die Teilnahme an den Stammgemeinschaften und das eigene IT-System. «Die Spitäler und Kliniken haben ihre Hausaufgaben gemacht und sind bis zum Stichtag bereit, das EPD anzubieten», ist das Fazit des Spitalverbands H+. Die rechtzeitige Zertifizierung der Stammgemeinschaften liege aber nicht in den Händen der Spitäler. Triebfeder der Digitalisierung Die Hoffnungen, die Spitäler und Kliniken ins EPD setzen, sind gross, aber die Einschätzungen sind auch realistisch. Sie sehen das EPD als Chance für Patienten und Gesundheitseinrichtungen. Wenn alle behandlungsrelevanten Informationen an einem Ort gespeichert und schnell zugänglich seien, dann könne sich ein Mehrwert für die Patienten und das Gesundheitswesen ergeben. Zum Beispiel könnten unnötige Untersuchungen vermieden und so Kosten gespart werden. Der Nutzen ergebe sich aber nur dann, wenn alle Akteure mitmachen. So ist das EPD zum Start ein «erster Schritt in Richtung Harmonisierung des Patientendatenaustauschs auf nationaler Ebene», wie es das St. Claraspital beschreibt. Aber langfristig würden die Inhalte und kommenden Mehrwertdienste über den Erfolg des EPDs entscheiden. Die doppelte Freiwilligkeit Ebenso wichtig für den Erfolg des EPD sei die Adoptionsrate in der Schweizer Bevölkerung, darin sind sich die Spitäler einig. Und auf diesem Gebiet wurde ihrer Meinung nach zu wenig getan. Die Bürger wurden bisher nicht oder sehr wenig über das elektronische Patientendossier informiert, lautet die Kritik. Alle ambulanten Leistungserbringer (Hausärzte, Fachärzte, Spitex) müssten sich ebenfalls am EPD beteiligen. Der Spitalverband H+ fordert sogar eine «zwingende Umsetzung in der gesamten Versorgungskette». Denn eine freiwillige Teilnahme führe zu unvollständigen Datensätzen und damit einem unzureichenden Nutzen für die Gesundheitsfachpersonen. Die Kritik an der doppelten Freiwilligkeit richtet sich also an Hausärzte und Patienten. EPD – WAS BISHER GESCHAH • 8.12.2009 – Das Eidgenössische Departement des Innern gründet die Expertengruppe «eHealth». • 3.12.2010 – Der Bundesrat beauftragt das Eidgenössische Departement des Innern, einen Vorentwurf zur Einführung eines elektronischen Patientendossiers auszuarbeiten. • 29.05.2013 – Der Bundesrat überweist den Entwurf des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier ans Parlament. • 19.06.2015 – Die Bundesversammlung beschliesst das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG). • 15.04.2017 – Das EPDG tritt in Kraft. Es gilt eine Übergangsfrist von drei Jahren. • 19.02.2020 – Der EPD-Start werde frühestens im Sommer stattfinden, teilt das Bundesamt für Gesundheit mit. • 15.04.2020 – Die Übergangsfrist des EPDG endet. Der vorgesehene Starttermin wird nicht eingehalten werden. E-HEALTH KONKRET 17

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