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Netzwoche 02/2020

10 Business Research Die

10 Business Research Die Cloud und die neuen Technologien generieren das Wachstum In der Schweiz bilden KMUs mehr als 99 Prozent der Unternehmen und stellen zwei Drittel der Arbeitsplätze. Das geht aus der Statistik der Unternehmensstruktur des Bundesamtes für Statistik hervor. Auch mit Blick auf die ICT-Ausgaben sind es zwei Drittel, die auf kleinere und mittlere Unternehmen entfallen. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Den Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Im Jahr 2020 werden die ICT-Ausgaben der kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) in der Schweiz mit einem Plus von 5,1 Prozent deutlich über dem Niveau von 4,4 Prozent des Vorjahres zulegen. Dies ergaben unsere letzten Umfragen und Studienarbeiten zu den ICT-Ausgaben der Schweizer Unternehmen im neuen Jahr. Damit steigt der Anteil der KMU-Ausgaben am gesamten ICT-Markt (B2B) auf 65,5 Prozent. Dies bedeutet, dass zwei von drei Franken der gesamten ICT-Ausgaben im Businessbereich durch die KMUs getätigt werden. Konkret rechnen wir 2020 mit einem Anstieg der ICT- Ausgaben auf insgesamt 12,75 Milliarden Franken. Damit stocken die Schweizer KMUs im laufenden Jahr ihre Budgets zusammengenommen um mehr als 620 Millionen Franken auf. Der Markt für externe Services wächst Einer der zentralen Pfeiler des derzeitigen Wachstums ist die zunehmende Verlagerung des Betriebs hin zu externen Dienstleistern. Wir gehen davon aus, dass 2020 die Ausgaben für den traditionellen ICT-Eigenbetrieb der KMUs um mehr als 10 Prozent sinken, während sie für externe Managed und Cloud-Services um rund 18,5 Prozent zulegen werden. Der Blick auf die Topsegmente des ICT-Marktes macht auch deutlich, dass hier markante Unterschiede bestehen und sich die Schere weiter öffnet: So wird beispielsweise der Hardwaremarkt im neuen Jahr um annähernd 8 Prozent weiter schrumpfen, während die Ausgaben der KMUs für den Workplace, die Mobilität und Sicherheit überdurchschnittlich zur positiven Gesamtentwicklung beitragen. Den grössten Anteil am ICT-Markt der KMUs weisen die Dienstleistungen (inklusive externe Cloud-Services und Individualsoftware) auf. In unserer aktuellen Prognose für den Services-Markt rechnen wir mit einem Wachstumsschub von 12 Prozent auf ein Volumen von insgesamt 9,39 Milliarden Franken. Die eigentlichen Keydriver sind dabei die Themen der Digitalisierung und Cloud-Services, die an die Tür traditioneller Business- und ICT-Betriebsmodelle klopfen. Heute umfasst der Markt der ICT-Dienstleistungen im Vergleich zu den 80er-Jahren eine ganze Reihe mehr an Teilbereichen und schafft mit einer hohen Eigendynamik laufend weitere Facetten und Subsegmente. Und die neuen Kerntechnologien wie Internet der Dinge (IoT), künstliche Intelligenz oder auch Business Analytics haben auch die Schweizer KMUs erreicht. Im Bereich des IoT werden die Ausgaben für Professional Services wie Beratung, Schulung, Integration, Support oder Betrieb im laufenden Jahr um über 35 Prozent steigen, auch im Segment der Business Analytics gehen wir von einem Plus von rund 30 Prozent aus. Professional Services im Aufwind Unabhängig davon, in welchem Umfang die neuen Themen und Technologien auf der Basis von standardisierten Plattformen oder individuellen Lösungen im Markt der kleineren und mittleren Unternehmen Einzug halten, die entsprechenden Professional Services haben ein mächtiges Potenzial, den Dienstleistungsmarkt weiter über dem Durchschnitt auf Wachstumskurs zu halten. ICT-AUSGABEN IM SCHWEIZER KMU-MARKT 2020 Prognose – Total der ICT-Ausgaben 2020 der KMUs in der Schweiz: 12 752 Mio. Franken (B2B), + 5.1 % Wachstum Quelle: MSM Research AG Services (Beratung, Schulung, Integration, Support, Betrieb) Kommunikation Standardsoftware (on Premise) Hardware 73 % (inkl. Individualsoftware, SaaS, IaaS, PaaS) 9 % 7 % 11 % 02 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business 20 Jahre Netzwoche 11 2001: Jetzt schlägt die Stunde der Überlebenden Nach dem Platzen der Dotcom-Blase steht das Gratisinternet am Pranger. Wie die Schweizer Branche die raue See des IT- Marktes überstand und welche Themen das Jahr 2001 noch prägten. Ein Rückblick. Autor: Sven Martens 2001 ist für die Netzwoche ein Jahr der Neuerungen. Die Netzagenda für die Events der Branche, der Netzreport und Best of Swiss Web feiern in diesem Jahr ihr Debüt. In 45 Ausgaben lässt sich mitverfolgen, wie die Schweizer IT mit den Folgen der Dotcom-Blase kämpft und wie die Wirtschaft die sogenannte «New Economy» nicht mehr feiert, sondern plötzlich verschmäht. Schnell findet man sogar die positiven Seiten des Scheiterns der New Economy. Anfang des Jahres schreibt Marc Schlett (Coshopper. ch), wie man «von den Dotcom-Leichen» profitieren könne. Durch das Scheitern von grossen E-Commerce-Unternehmen könnten «die Überlebenden» leicht an wertvolle Datensätze mit Kundeninformationen kommen. Bertelsmann und BOL schlagen in Europa günstig zu. Der Crash habe aber dem Image der ganzen Internetbranche geschadet, schreibt der damalige Netzwoche- Chefredaktor Thomas Brenzikofer in seinem Editorial. Der Börsenabsturz sei in Form von Massenentlassungen auch beim Arbeitsvolk angekommen. 10 Prozent der Dotcom- Pleiten fallen auf Europa und es stellt sich die Frage, ob die New Economy zur «Job-Guillotine» wird. Viele Schweizer Unternehmen müssen ihre Auslandsexpansion abbrechen und Niederlassungen schliessen. Internetnutzer zur Kasse bitte! Ein diskutierter Ausweg aus der Krise ist die Einführung von bezahlten Premium-Services. Micropayment als Abkehr von der Werbezentriertheit. Während Medienunternehmen wie Tamedia noch von kostenpflichtigen Inhalten abrücken, kann sich MSN Switzerland durchaus vorstellen, für mehr Speicherplatz auch Geld vom Kunden zu verlangen. «Das Gratisinternet war eine typische Ausgeburt des Börsenhypes», meint Brenzikofer. Der Hype um das Internet brachte zwar Traffc, aber kein Geld. Die Folgen sind massive Einsparungen bei den Schweizer E-Commerce-Leadern: der Post, Swissonline und Bluewin. T-Online verhängt sogar ein Investitionsstop und begräbt seine Pläne für die Schweiz. Ebenfalls begraben muss die Swissair ihr Reiseportal Beyoo. Die Plattform erhielt noch im Mai den «Master of Swiss Web 2001» in der Kategorie Technologie. Ende Oktober ist der Höhenflug dann schon wieder vorbei – verbunden mit dem Grounding der gesamten Swissair-Flotte. Die Finanzspritze vom Bund ihn Höhe von zwei Milliarden Franken lässt den Chefredaktor an der Old Economy zweifeln. Die Schweizer Internetbranche erhält ihren Oskar Mit «Best of Swiss Web» lanciert die Netzwoche zusammen mit der Swiss Interactive Media Association (Simsa) eine neue Plattform für die Branche. Herausragende und ansprechende Webprojekte sollen bei der Preisverleihung einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. In den Kategorien Design, Business-Model und Technologie wurden insgesamt 20 «Best of Swiss Web»-Preise von der Fachjury vergeben. Bei der Wahl zum Master of Swiss Web stimmten zudem die «Netzwoche»-Leser und das Publikum der Award-Night im Zürcher Kaufleuten ab. Am Ende setzt sich die neue Website von Pommes-Chips-Gigant Zweifel knapp gegen das Flugportal Beyoo durch. Chefredaktor Brenzikofer erkennt darin die Rückkehr zur Bodeständigkeit. Bei den Machern der Website von Cobolt Netservices sieht er «keine Spur von Dotcom-Chic». Noch ist das Handy bloss Telefon Ab 2002 sollen mehr Nutzer über drahtlose Geräte einen Internetzugang haben als über PCs, rechnet der Technology Forecast. «Unbeschränkter mobiler Zugang zu Informationen», verspricht man sich für die Zukunft. Damit verbunden sind nicht nur UMTS-Standards und Geräte von Palm. «Jeder User wird in Zukunft seinen eigenen virtuellen Assistenten haben», sagt Manuel Ebner, CEO von Artifical Life Schweiz, in einem Bericht über Bots im Internet. Der Bot kümmere sich dann um die persönlichen Daten des Nutzers und kommuniziere für ihn mit dem Internet. Ebner konnte damals nicht ahnen, dass wir in der Zukunft nur die Wahl zwischen Siri und Alexa haben. So sah die Dezember- Ausgabe 2001 aus. i RÜCKBLICK An dieser Stelle blickt die Redaktion auf 20 Jahre Netzwoche zurück. In jeder Ausgabe des Jahres finden Sie die Highlights, Kuriositäten und führenden Köpfe aus zwei Jahrzehnten Schweizer IT- Geschichte. Das Jubiläumsdossier finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 02 / 2020

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