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Netzwoche 03/2018

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38 Management & Career

38 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Top-ICT-Ausbilder gesucht mur. ICT-Berufsbildung Schweiz hat den sechsten ICT Education & Training Award angekündigt. Er zeichnet Firmen, Verwaltungen, Non-Profit-Organisationen und Bildungsinstitutionen aus, die sich überdurchschnittlich für die ICT-Nachwuchsförderung engagieren. Wer teilnehmen will, muss sich bis am 15. Juni bewerben. Die Gewinner werden am 25. Oktober in Olten ausgezeichnet. ▸ Webcode DPF8_78989 Uni Liechtenstein baut Sicherheitszentrum cgr. Die Universität Liechtenstein will ein Kompetenzzentrum für Cybersicherheit aufbauen. Dieses wird am Institut für Wirtschaftsinformatik angesiedelt sein und steht im Zusammenhang mit der Stiftung des Hilti Lehrstuhls für Daten- und Applikationssicherheit, wie es in einer Mitteilung der Hochschule heisst. Für das Kompetenzzentrum konnte die Hochschule den Cybersicherheitsexperten Gunnar Porada gewinnen. Er wird ab Februar affiliierter Wissenschaftler und Hochschuldozent am Kompetenzzentrum, wie es weiter heisst. ▸ Webcode DPF8_78008 Linkedin hat im DACH- Raum 11 Millionen User mur. Linkedin wird im DACH- Raum immer beliebter: Das soziale Netzwerk hat in der Schweiz, Deutschland und Österreich die Marke von 11 Millionen Mitgliedern überschritten. Bei Xing sind es rund 14 Millionen. Laut der «Handelszeitung» ist die Schweiz besonders wichtig für die Expansion von Linkedin. Zürich sei die Stadt mit den zweitmeisten Mitgliedern im deutschsprachigen Raum. Ein neues Tool namens «Karrieretipps und Mentoring» soll Mitgliedern erlauben, sich von anderen Linkedin-Nutzern beraten zu lassen. ▸ Webcode DPF8_78728 Neue IT-Studiengänge an der Hochschule Luzern cgr. Zum Herbst dieses Jahres hat die Hochschule Luzern zwei neue IT-Studiengänge ins Leben gerufen. Das Departement für Informatik bietet nun einen Bachelor-Abschluss in den Fächern Information & Cyber Security und International IT Management an. Gemäss einer Mitteilung reagiert die Hochschule damit auf eine gestiegene Nachfrage nach diesen Angeboten. Zwei Studiengänge mit Bachelor-Abschluss Durch die zunehmende Vernetzung der Gesellschaft nehmen die Anforderungen an die IT-Sicherheit zu. Mit dem Bachelor in Information & Cyber Security reagiere die Hochschule auf dieses Bedürfnis. Gemäss Mitteilung ist es der erste Studiengang dieser Art in der Schweiz. Studierende sollen den Umgang mit sensiblen Daten erlernen sma. Der Personaldienstleister GULP hat in einer Umfrage eruiert, was IT- und Engineering-Freelancer im Arbeitsalltag besonders ärgert. Das Unternehmen befragte dazu 99 Personen, wie es in einer Mitteilung schreibt. Wenig überraschend: Was die Freelancer am meisten stört, sind Reibereien mit Mitarbeitern. 26,9 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich über menschliche Faktoren aufregten. Damit gemeint sind etwa unsachliche Anfeindungen und mangelndes Know-how von Führungskräften, wie GULP ausführt. Freelancer kämpften auch oft mit der Meinung, sie seien «nur» externe Kollegen. Für den meisten Unmut sorgten und auch in der Abwehr von Cyberangriffen geschult werden. Mit dem Abschluss stünden Tätigkeiten in IT-Abteilungen grosser Unternehmen, in öffentlichen Verwaltungen und auch der Cyber-Verteidigung offen. Mit dem Bachelor in International IT Management biete die Hochschule eine Ausbildung für die globalisierte IT-Welt an, heisst es in der Mitteilung weiter. Beide Studiengänge kosten berufsbegleitend 3290 Franken und in Voll- oder Teilzeit 3490 Franken, wie der Kostenübersicht zu entnehmen ist. Eine Informationsveranstaltung gibt es unter anderem am 17. März in Rotkreuz. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_79318 Was IT-Freelancer auf die Palme bringt GULP-UMFRAGE – AUFREGER IM PROJEKTGESCHÄFT Über welche Personengruppen regen Sie sich am häufigsten auf? (Mehrfachnennungen möglich, Werte in Prozent) Quelle: www.gulp.de Interne Kollegen Projektleitung/-management Direkter Auftraggeber Personalbeschaffung / Einkauf Product-Owner / Ansprechpartner aus den Fachbereichen Zulieferer / Dienstleister Externe Kollegen Geschäftsführer / Vorstand / Inhaber Sonstige 47,8 40,2 28,3 28,3 23,9 20,7 19,6 17,4 8,1 interne Kollegen (47,8 Prozent). Auf organisatorischer Ebene bemängelten die Freelancer zu knappe Deadlines und unklare Zielsetzungen (16,4 Prozent) sowie schlechte Rahmenbedingungen wie etwa veraltete Hard- und Software (12 Prozent). Daraus zieht GULP den Schluss, dass Firmen durch eine saubere Vorbereitung viele Probleme vermeiden könnten. Es empfehle sich, Vorgaben möglichst klar zu definieren und Rahmenbedingungen vorab zu klären. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_78331 Was ärgert Sie im Projektalltag? (Werte in %) Menschliche Faktoren Firmenpolitik Projektinhalte/-ziele Kommunikation Rahmenbedingungen Vertrag & Finanzielles Projektmanagement Sonstiges 10,5 10,9 8,7 2,5 12,0 12,0 26,9 16,4 03 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Nachgefragt 39 « Bei der Umsetzung neuer Geschäftsmodelle hat die Schweiz noch Nachholbedarf » Die Schweizer Beratungsgesellschaft Leverage Experts (LE) machte den Telko-Anbieter Sicap Schweiz fit für den im Januar erfolgten Verkauf an die kanadische Volaris Group. Eine Schlüsselkompetenz von LE ist die Umsetzung der Transformation von Geschäfts- und Wertschöpfungsprozessen in die digitale Welt. Gründer und LE-Strategiechef Kolja Rafferty erklärt, wie das Geschäft funktioniert. Interview: Simon Mathis Welche Arten von Firmen kommen auf Sie zu? Kolja Rafferty: Unternehmen, Start-ups und Investoren mit sogenanntem «Financial Distress». Einfach gesagt: Firmen, die in Schwierigkeiten sind, kritische Veränderungen vor sich haben oder einen «Turnaround» brauchen, also eine Sanierung. Wir entwickeln Exit-Strategien, Mergers & Acquisitions, Finanzierungsrunden, Innovationsund Wachstumsstrategien sowie Markteintrittskonzepte und Repositionierungen. « Ein schlechtes klassisches Geschäftsmodell wird auch durch Digitalisierung nicht besser. » Kolja Rafferty, Strategiechef, Leverage Experts Was ist das Besondere an der IT-Branche? Die rasante Entwicklung im Rahmen der digitalen Transformation erfordert agiles Handeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Allerdings bringt der unüberlegte Einsatz neuer Technologien Unternehmen häufig nicht den gewünschten Erfolg. Hinzu kommt das Spannungsfeld zwischen lokalen und globalen Herausforderungen. Unternehmen sehen sich mit anderen Kulturen und Rechtssystemen konfrontiert. Sie brauchen Spezialisten und Talente für Aufgaben, die erst noch definiert werden müssen. Andererseits gibt es selten Situationen, die so viele Chancen bieten und die so günstig für die Entwicklung disruptiver Geschäftsmodelle sind. Das alles erfordert ein Umdenken. Wie ist die Situation in der Schweiz? Die Schweiz ist ein interessanter Test-Markt, der für Skalierungseffekte – vor allem im investitionsbedürftigen ICT- Geschäft – oft zu klein ist. Obwohl die Schweiz ein fulminanter Innovationsstandort ist, sind Finanzierungsrunden und Kapitalbeschaffung schwieriger als in anderen europäischen Ländern. Bezüglich des hohen internationalen Entwicklungstempos bei der Umsetzung neuer Geschäftsmodelle hat die Schweiz noch Nachholbedarf. Was braucht es, um Schweizer Start-ups fit für Übernahmen zu machen? Vor allem einen professionellen, realistischen Business- Case mit einem soliden Go-to-Market-Konzept. Eine tolle Idee oder Technologie allein reicht nicht aus, um Investoren zu überzeugen. Wichtig ist ein Management, das von Anfang an klare Ziele hat und diese auch täglich auf Machbarkeit und Umsetzung prüft. Fehler dürfen gemacht, müssen aber auch rechtzeitig erkannt und korrigiert werden. Beratungsresistenz und Fehleinschätzungen bei der Marktanalyse sind häufige Fehler, die Gründern das Genick brechen. Wie wirkt sich die Digitalisierung auf Ihr Unternehmen aus? Wir haben Spass an schwierigen Projekten. Unsere Arbeitsweise ist durchgängig digital, wir arbeiten dezentral und nutzen alle Möglichkeiten der ICT. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Digitalisierung nur dann Sinn ergibt, wenn der zugrundeliegende Prozess auch sinnvoll ist. Davon abgeleitet kann man sagen: Ein schlechtes klassisches Geschäftsmodell wird auch durch Digitalisierung nicht besser. Technologie und Globalisierung schaffen ein Spielfeld, auf dem Kreativität ebenso gefragt ist, wie eine solide klassische Ausbildung. Wie merken Sie, ob zwei Partner zueinander passen? Die Portfolios müssen kompatibel sein, sich ergänzen oder in die Wachstumsstrategie passen. Unternehmenskulturen und Ziele müssen vereinbar sein. Das sind wichtige Voraussetzungen, um miteinander reden zu können. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2018

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