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Netzwoche 09/2017

10 Business Fachbeitrag

10 Business Fachbeitrag Datengetriebene Industrie: virtuell, kollaborativ und smart Eines der Hype-Themen und eine oft zitierte Anwendung im Internet der Dinge ist Predictive Maintenance. Die nächsten Trends verheissen völlig neue Daten- und Netzwerkstrukturen, die dank Micro Clouds und Swarm Computing noch smartere Prozesse ermöglichen. DER AUTOR Alex Halbeisen Consultant Big Data & Analytics, Atos Disruptive Technologien werden die Industrie in ihren Grundfesten erschüttern. IoT, Cloud Continuum & Swarm Computing, additive Fertigungsmethoden, quantensichere Kryptografie und andere Technologien wirken hierbei in verschiedenen Dimensionen auf die Geschäftsmodelle, die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitswelt ein. An den Schnittstellen von Technologien, Prozessen und Businessmodellen ist es fast unmöglich, Vorhersagen zu Trends oder Erfolgsraten zu treffen. Ganz besonders gilt dies für das Internet der Dinge (IoT). Das Vernetzen von Sensoren, Geräten und Objekten wird zu Datenmengen führen, die neue Analyseverfahren benötigen. Eigene Daten zu erheben, zu analysieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, verschafft Unternehmen heute schon enorme Wettbewerbsvorteile. Unternehmen tun gut daran, dabei nicht entlang der eigenen Wertschöpfungskette zu denken, sondern verschiedene Geschäftsorganisationen zu verknüpfen. Die Zukunft sieht völlig neue Datenökosysteme vor, die dem bewussten Austausch von Entwicklungs-, Produktions-, Wartungsund Marktdaten dienen werden. Es werden sich unternehmensübergreifende Datenplattformen bilden, die die gesamte Lieferkette über alle beteiligten Partner hinweg umfassen und den Kunden und seinen Mehrwert ins Zentrum stellen. IoT-Netzwerke für schnelleren Datenzugriff Unternehmen werden künftig noch schneller intelligente Entscheidungen treffen müssen. Das erfordert ein Neuverteilen der Informationen, damit das eigene IoT-System autonom, robust und beherrschbar bleibt. Vernetzte Objekte müssen nicht nur fähig sein, schnell Daten zu übertragen, sondern auch erkennen, was die anderen Objekte können. Dabei übernehmen Named Data Networks (NDNs) die Aufgabe, das Übermitteln und Auffinden von Daten zu vereinfachen. Daten lassen sich nicht nur leichter identifizieren, es ist damit auch ein besseres «Catching» – ein schnellerer Datenzugriff möglich. Im Gegensatz zum aktuellen IP-Ansatz werden Daten im NDN als vollwertige Bestandteile des Netzwerks betrachtet. Um in Echtzeit auf die gesammelten Daten reagieren zu können, muss die Berechnung der Erkenntnisse daraus nahe an den Objekten und damit dezentral erfolgen. Jedoch sind die Netzwerk-Rechenleistung und Energiekapazitäten der Objekte und IoT-Ökosysteme noch begrenzt. Das Dilemma lösen IoT-Gateways zur zentralen Verbindung wie auch zur dezentralen Nutzung. Die alles entscheidende Frage: Wie steht es um Datensicherheit und Datenschutz? Doch wie bleibt die Sicherheit und Privatsphäre beim Datenaustausch zwischen Objekten, den Gateways, der Zentrale und den Datennutzern gewahrt? Micro-Clouds werden den Zugang auf die Objekte kontrollieren und Daten verschlüsseln. Cloud Computing entwickelt sich zunehmend in ein lückenloses Netz an Rechenleistung, in sogenanntes Swarm Computing, das Netzwerke und Cloud- Kapazitäten für automatisiertes und dezentralisiertes Computing kombiniert und als temporäre Infrastruktur einen spezifischen Bedarf in Echtzeit bedient. In der «Real Time Smart Factory» münden Sensordaten aus der Fertigung über Hochleistungsberechnung in der Cloud und erzeugen Erkenntnisse, die automatisierte smarte Geschäftsentscheidungen veranlassen. Das wird Teil der nächsten industriellen Revolution sein! i 360° – SMART DATA Am 13. Juni 2017 findet das Big Data & Analytics Forum 2017 unter dem Titel «360° – Smart Data» im Radisson Blu Hotel am Zürcher Flughafen statt. Themen der Veranstaltung sind unter anderem, ▪▪ welchen Stellenwert Big Data & Analytics in Schweizer Unternehmen aktuell einnehmen, ▪▪ wie grosse Datenvolumina schnell, kosteneffizient und sicher ausgewertet werden können, ▪▪ wie dank Cognitive Search die Datenauswertung abteilungsübergreifend und in verschiedenen Branchen funktioniert, ▪▪ wie dank Analytics von Atos die Zahlungsausfälle eines Unternehmens markant verbessert werden konnten, ▪▪ warum Deep Learning eigentlich nichts Neues, aber dennoch revolutionär ist und ▪▪ welche Herausforderungen darüber hinaus mit der Digitalisierungswelle einhergehen Anmeldung unter: ch.atos.net/bigdataforum 09 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 11 Der Mensch im Mittelpunkt der digitalen Transformation Im Mittelpunkt der digitalen Transformation steht der Mensch – und nicht die Technologie. Das hat der Avectris Day in Baden einmal mehr deutlich gezeigt. Die Veranstaltung war mit rund 120 Teilnehmern sehr gut besucht. Autor: Marcel Urech Avectris hat in Baden den Avectris Day veranstaltet. Der Event im Trafo war mit rund 120 Teilnehmern sehr gut besucht. CEO Thomas Wettstein präsentierte gleich zu Beginn eine Neuheit: den IT-Kiosk. Der Automat für Servicedesk- Mitarbeiter reduziere Kosten und löse ein echtes Problem. Er soll ab Ende des Jahres erhältlich sein. Dann betrat Maurice Nyffeler von Mercuri Urval Switzerland die Bühne. Wettstein stellte ihn als «Experte für die digitale Transformation» vor. Sein Referat drehte sich um Chief Digital Officers. Warum braucht es diese? Weil die Megatrends Social, Local und Mobile die Firmen vor Herausforderungen stelle, sagte Nyffeler. Logisch, dass es für digitale Transformation auch neue Jobprofile brauche. Nichts machen ist keine Lösung «Der Schlüssel zum Erfolg ist nicht die Technologie, sondern der Mensch», sagte Nyffeler. Technologie sei nur eines von drei Handlungsfeldern, die Firmen beachten müssten. Wichtig seien auch das Business und die Kultur – und bei der Kultur gehe es um den Menschen. «Die Konfrontation mit dem Digitalen löst viele Ängste aus», sagte Nyffeler. Diese müsse der CDO aufgreifen. Es sei zudem wichtig, dass er in der Geschäftsleitung sei. «Sonst scheitert die digitale Transformation garantiert.» Viele KMUs verpassten den Anschluss, weil sie dachten, sie müssten nichts ändern – die Konkurrenz mache ja schliesslich auch nichts, sagte Nyffeler. Diese Denkweise sei gefährlich und könne ins Verderben führen. Die IT-Strategie der Stadt Baden Nach Nyffelers Keynote gab es mehrere Breakout-Sessions, die in drei Räumen parallel liefen. Die Redaktion besuchte ein Referat von Daniel Stoeri. Der Leiter der Informatik der Stadt Baden sprach darüber, wie eine Stadtverwaltung eine IT-Strategie entwickeln kann. Baden habe Abhängigkeiten gegenüber Kanton und Bund, es gebe viele regulatorische Vorgaben, und obwohl die Ressourcen nicht wüchsen, müsse die Stadt immer mehr Leistungen erbringen. Die IT-Abteilung der Stadt habe sich zuerst die Frage stellen müssen, wie das überhaupt möglich sei. Dann arbeitete sie eine neue IT-Strategie aus. Ergebnis: Fokus auf Kernkompetenzen und externe Beratung durch Avectris. Der Arbeitsplatz der Zukunft Daniel Fritz, Head of Enduser Services bei Avectris, referierte über den Arbeitsplatz der Zukunft. Arbeit sei heute mobil und passiere oft im Freelancing-Modell. Das Homeoffice sei auf dem Vormarsch: 28 Prozent der Schweizer würden mindestens einen halben Tag pro Woche zuhause arbeiten. Auch Co-Working-Modelle seien im Aufwind. Die Generation, die jetzt heranwachse, habe ein neues Verhältnis zu Daten. Bring your own Device sei wichtig, Social Media selbstverständlich. Die Loyalität zum Arbeitgeber sinke. Dieser müsse flexibler werden. Mit Selfservice- Modellen, einer freien Gerätewahl, Mobile-Strategien und innovativen Arbeits- und Ferienmodellen. Hohe Qualität trotz knapper Ressourcen Einen weiteren Vortrag gab Adrian Seiler, Leiter Informatik des Kantonsspitals Baden. Es setzt auf Outsourcing mit Avectris. Laut Seiler bringt das Vorteile. Der Spital könne nun trotz begrenzter Ressourcen in der IT die notwendige Qualität liefern. «Wir sind zu klein, um den Bereich Security wirtschaftlich betreiben zu können.» Avectris habe in der Ausschreibung das beste Angebot gemacht. Hinsichtlich Leistung, Qualität und Preis. Avectris habe zudem Erfahrung mit 24/7-Betrieben und könne mit sensiblen Daten umgehen. «Sie haben verstanden, was wir wollen», sagte Seiler. Maurice Nyffeler, Senior Management Consultant bei Mercuri Urval Switzerland. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_41322 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 09 / 2017

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