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Netzwoche 11/2021

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66 Management & Career

66 Management & Career Studie Erfolgreiche Unternehmen arbeiten mit der Konkurrenz zusammen Welche Geschäftsstrategien verfolgen erfolgreiche Unternehmen im Gegensatz zu weniger erfolgreichen? Dieser Frage ist Tata Consultancy Services in einer Studie nachgegangen. Die Konkurrenz sollte demnach nicht vernachlässigt werden. Autorin: Greta Papageorgiu Bild: Free-Photos / Pixabay.com Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Wenn Unternehmen bereit sind, mit der Konkurrenz zusammenzuarbeiten, macht sie das erfolgreicher. Zu diesem Schluss kommt Tata Consultancy Services (TCS) in einer Studie zu Strategien für die digitale Wirtschaft. Dafür befragte das Thought Leadership Institute von TCS weltweit über 1200 CEOs und Führungskräfte. Die Forschenden teilten die Befragten in zwei Gruppen. Wirtschaftlich besonders erfolgreiche Unternehmen kamen in die Gruppe der «Leader», Firmen mit unterdurchschnittlichen Leistungen bezeichneten sie als «Follower». Je nach Gruppenzugehörigkeit antworteten die Befragten der Studie sehr unterschiedlich. So etwa zum Umgang mit der Konkurrenz: Während 80 Prozent der Führungskräfte in der Leader-Kategorie dazu bereit sind, auch mit konkurrierenden Unternehmen zusammenzuarbeiten, liegt dieser Wert laut Studie unter den Followern bei 23 Prozent. Der Schweizer Country Manager von Tata, Heinz Gehri, sagt dazu: «Führungskräfte erfolgreicher Unternehmen haben erkannt, dass die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen, auch Konkurrenten, ein entscheidender Faktor ist, um sich im digitalen Ökosystem als wichtiger Player aufzustellen. Weniger erfolgreiche Unternehmen sehen Konkurrenten dagegen primär als Widersacher.» Ausserdem beziehen 58 Prozent der Leader die bestehenden Ökosysteme bei der Ausgestaltung ihrer Strategie mit ein, wie es weiter heisst. Bei den Followern tun das nur 35 Prozent. Auch gehen Leader davon aus, dass 56 Prozent der Einkünfte künftig von rein digitalen Angeboten kommen würden. Die Follower rechnen nur mit 42 Prozent. 80 Prozent der Führungskräfte in der Leader-Kategorie waren dazu bereit, auch mit konkurrierenden Unternehmen zusammenzuarbeiten. Bei Followern lag dieser Wert bei 23 Prozent. Kunden und Kultur Auch beim Aufbau der Unternehmenskultur setzt die Gruppe der Leader gemäss der Studie andere Prioritäten als die Follower. Beide Unternehmenstypen betrachten Aspekte wie Innovation, Vielfalt, Qualitätsorientierung und Chancengleichheit als wichtige Faktoren für die Unternehmenskultur. Die Leader gaben aber an, den Kundenfokus als wichtigsten kulturellen Treiber zu sehen. Für Führungskräfte der Follower lag dieser Aspekt erst an sechster Stelle. Die Follower stützen sich in Sachen digitale Innova tion hauptsächlich auf die Marktforschung, wie TCS weiter schreibt. Leader-Unternehmen hingegen setzen mehr Vertrauen in die eigene Führungsriege und sehen die eigene Geschäftsleitung als wichtigste Innovationsquelle. Ausserdem stützten sie die digitale Innovation breiter ab und zögen ausser Marktforschung weitere Personen aus dem eigenen Unternehmen und Informationen von bestehenden Kunden hinzu. Danach gefragt, ob die Optimierung des Geschäftsmodells oder die Innovation bis 2025 für den betrieblichen Erfolg wichtiger sein werde, legte mit 58 Prozent eine knappe Mehrheit der Befragten grösseren Wert auf die Optimierung des bestehenden Geschäftsmodells. Gehri sagt dazu: «Führungskräfte erkennen zwar die enormen Chancen, die sich aus der digitalen Wirtschaft in den nächsten Jahren ergeben. Unsere Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass der nötige Grad an Innovation, um von diesen Möglichkeiten zu profitieren und auch in Zukunft konkurrenzfähig zu sein, meistens stark unterschätzt wird.» 11 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Aktuell 67 Branchenverbände fordern flexibleres Arbeiten für ICT-Fachkräfte Mit einer überarbeiteten Verordnung will das Seco Führungs- und Fachkräften in Wissensberufen ein flexibleres Arbeiten ermöglichen. Die Regelung soll jedoch nicht für ICT-Fachkräfte gelten. Branchenverbände reagieren empört. Autor: Rodolphe Koller, Übersetzung: René Jaun Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) plant eine Änderung der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz, um bestimmten Arbeitnehmenden und in bestimmten Branchen ein «selbstbestimmteres» und «zeitlich flexibleres Arbeiten» zu ermöglichen. Konkret sollen bestimmte Führungskräfte und Spezialisten (mit einem Gehalt von mehr als 120 000 Franken) ihre Arbeitszeit statt wöchentlich für das ganze Jahr festlegen können. Zum Ende der Vernehmlassung haben sich nun mehrere Branchenverbände geäussert, darunter Digitalswitzerland, Swico und Leading Swiss Agencies (LSA). In ihren Stellungnahmen zeigen sie sich alles andere als begeistert vom Vorschlag der Behörde. Digitalswitzerland sieht Verordnung als Scheinlösung So bezeichnen etwa Digitalswitzerland und LSA die vorgelegte Verordnung als «Scheinlösung ohne tatsächlichen Beitrag zum flexibleren Arbeiten». Digitalswitzerland schreibt weiter, dass die geplante Änderung lediglich für Betriebe aus den Bereichen Rechts-, Steuer- Unternehmens-, Management- oder Kommunikationsberatung sowie Wirtschaftsprüfung und Treuhand gelte. Die ICT- Branche sei kurzerhand aus der Vorlage gestrichen worden, moniert der Verband. «Die Streichung der ICT-Branche ist nicht nachvollziehbar und wir wehren uns dagegen, dass diese wichtige Zukunftsbranche aussen vor gelassen wird», lässt sich Andreas Kaelin, Deputy Managing Director von Digitalswitzerland, zitieren. Die Ausgrenzung des ICT-Sektors sei umso bedenklicher, als die Branche rasant wachse. Angesichts des Fachkräftemangels müsse die Branche attraktiv bleiben, um Fachkräfte anziehen und halten zu können. Laut dem Swiss Job Market Index von Adecco war die Nachfrage nach IT-Spezialisten in der Schweiz im Frühling so hoch wie nie zuvor. Der letzte Höchstwert stammt aus dem Jahr 2018. Bild: sv_photo / Fotolia.com Verbände fordern Anpassungen Auf Anfrage erinnert Kaelin an die parlamentarische Initiative aus dem Jahr 2016, auf welche die nun geplante Änderung der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz zurückgeht. Darin ist jeweils vom gesamten Dienstleistungssektor die Rede, ohne zwischen einzelnen Branchen zu unterscheiden. Kaelin fügt hinzu, dass andere Sektoren diese Flexibilität über ihre Tarifverträge und somit ohne den Umweg über eine Verordnung (oder ein Gesetz) böten. Digitalswitzerland verlangt deshalb vom Bund, die Vorlage zu überarbeiten. Namentlich soll die ICT-Branche einbezogen und den Führungskräften und Spezialisten mehr Autonomie in ihrer Organisation zugestanden werden. Zudem sollen sie die neunstündige tägliche Ruhezeit freiwillig unterbrechen oder an Sonntagen arbeiten können. «Ansonsten ist die Verordnung abzulehnen und eine Lösung über den Gesetzesweg zu suchen.» Auch der Branchenverband Swico nennt in seiner Stellungnahme diese Punkte. Als «besonders stossend» bezeichnet der Swico die Tatsache, dass «der Bund für sich Privilegien in Anspruch nimmt, die er anderen Sektoren der Privatwirtschaft verweigert: So profitieren Mitarbeitende der Bundesverwaltung seit Sommer 2021 für über die Hälfte der Lohnklassen von sogenannter Vertrauensarbeitszeit.» Dort arbeite man also selbstbestimmt, ohne Arbeitszeiterfassung und ohne Kontrollen. Ohne Verbesserung bei der Verordnungslösung werde Swico den Weg über die Gesetzesrevision wiederaufnehmen. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2021

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