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Netzwoche 15/2020

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Bild: sorbetto / iStock.com Das bringen Talentmanagement und Employee Experience FOCUS HUMAN RESOURCES kfi. Der Fach- und Führungskräftemangel in der Schweiz ist allgegenwärtig. Unternehmen verfolgen verschiedene Ansätze, um dem Mangel entgegenzuwirken. Eine Möglichkeit ist das strategische Talentmanagement. Irene Willi Kägi, Content Manager HR, Leadership und Digitalisierung der Kalaidos Fachhochschule, beschreibt in ihrem Beitrag auf Seite 35, wie Firmen den Hebel ansetzen können, um das strategische Talentmanagement anzugehen. Aleardo Chiabotti, CEO und Partner von Emineo, hat bereits Erfahrung mit dem Talentmanagement im IT- Umfeld. Auf Seite 36 erklärt er, wie sein Unternehmen die Talente entdeckt und fördert. Selbst wenn Firmen glauben, die benötigten Skills beisammen zu haben, wird laufend neue Software lanciert, die zuerst erlernt sein will. Statt neue Fachkräfte anzustellen oder Mitarbeitende in Weiterbildungen zu schicken, können Unternehmen auf smartes Lernen zurückgreifen. Lukas Stricker, CEO von Gravity Global, beschreibt auf Seite 37, wie eine Idee aus der Gaming-Industrie formale Schulungen ersetzen kann. Schliesslich gehen Unternehmen auch gegen Fachund Führungskräftemangel vor, indem sie sich als gute Arbeitgeber positionieren und die Employee Experience so gut wie möglich gestalten. Angela Berrisch, Leiterin Intranet & Digital Workplace bei Nexum, schreibt ab Seite 38 darüber, was Employee Experience ist und welchen Einfluss die Digitalisierung darauf hat. Opacc bemüht sich bereits länger aktiv um eine gute Employee Experience. Wie sich das Unternehmen auf diesem Gebiet engagiert und welche Erfahrungen es gemacht hat, erklärt Regina Gripenberg, Bereichsleiterin Finanzen & Controlling und Partnerin Geschäftsleitung von Opacc, auf Seite 40. 15 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Focus 35 So sichert strategisches Talentmanagement die Zukunft In einem unsicheren und stark konkurrierenden Umfeld drängt es sich für Unternehmen auf, ihre eigene Talentmanagement- Strategie zu überdenken. Wo ist der Hebel anzusetzen, um passende Experten, Führungs- und Nachwuchskräfte zu rekrutieren, zu fördern und zu halten? Viele Unternehmen haben die Relevanz von Talentmanagement erkannt. Wesentlich dazu beigetragen haben die Digitalisierung sowie der Fach- und Führungskräftemangel. Der Aufbau von Talentpools ist heute in mancher Geschäftsstrategie als Ziel verankert. HR-Bereiche investieren in digitale Tools, um Rekrutierungs- und Personalentwicklungsprozesse zu vereinfachen. Wie das Talentmanagement an die Herausforderungen der zukünftigen Arbeitswelt angepasst werden kann, zeigen vier mögliche Ansatzpunkte. 1. Prozesse und Strukturen an die Talentmanagement-Strategie anpassen Immer mehr Unternehmen erachten ein strategisches Talentmanagement als zwingend. Ebenso wichtig sollte es für Unternehmen sein, für die passenden Strukturen und Prozesse zu sorgen: Sind die von der Strategie abgeleiteten Kompetenzen in Mitarbeitergesprächen, Mitarbeiterumfragen und Kompetenzmodellen abgebildet? Werden zweckmässige Methoden und digitale HR-Tools zur Steuerung und Messung des Recruiting und Talentmanagements eingesetzt? Auch muss ein entsprechendes Budget eingeplant werden. 2. Fokus auf Persönlichkeit und Heterogenität setzen Zurzeit scheinen vakante Schlüsselpositionen vor allem durch interne Kandidaten besetzt zu werden. Das kann von Vor- oder Nachteil für das Unternehmen sein: Erfüllt die Nachfolge wirklich die dafür benötigten Kompetenzen? Werden nicht nur Erfahrung und Ausbildung, sondern auch Persönlichkeit und Potenzial berücksichtigt? Für eine starke Innovationskraft sind auch heterogene Talentprofile nötig. Diese müssen heute vor allem Lernund Veränderungsbereitschaft aufweisen. Nur so lässt sich Altes hinterfragen und Neues gestalten. 3. HR-adäquate IT-Lösungen unterstützend einsetzen Damit Talente sich bestmöglich entfalten und sich mit dem Unternehmen verbunden fühlen, bedarf es mitarbeiterzentrierter agiler Lösungen: Ist eine HR-Software vorhanden, die Talenten individuelle Nachrichten sendet, Mentoren zur Seite stellt, Lernprogramme anbietet sowie Vorgesetzte und interne Stakeholder in der Potenzialbeurteilung unterstützt? Gibt es virtuelle, KI-basierte Karriereberater (Chatbots), die Aufstiegsmöglichkeiten empfehlen? 4. Für die Generation Z vorbereitet sein Die Rekrutierung von Kandidaten der Generation Z ist jetzt schon wichtig. Für Studierende zählt im Bewerbungsprozess die Geschwindigkeit ebenso wie die Qualität der persönlichen Interaktion: Werden Talente nicht nur über Jobportale und die Unternehmenswebsite gesucht, sondern auch via Social Media, Active-Sourcing- Kanälen (z. B. Fachforen) und branchenspezifischen Jobmatching-Plattformen? Sind im Bewerbungs- und Onboarding-Prozess mehrere «physische» Berührungspunkte integriert, um den persönlichen Kontakt zu den Talenten aufrechtzuerhalten? Fazit Reaktive Personalbeschaffung und gleichförmige Entwicklung von einzelnen Schlüsseltalenten gehören der Vergangenheit an. Modernes Talentmanagement besticht durch eine zukunftsorientierte, integrative und IT-gestützte Sourcing-, Development- und Retention-Strategie. Die vier Ansatzpunkte fördern die Agilität und Transparenz, die es im Unternehmen braucht, um bei unerwarteten Veränderungen die richtigen Talente zeitnah an die richtigen Stellen zu rücken. i QUELLEN ▪▪ Ciaramella, A. (2020). People Attraction Management statt Personalbeschaffung. Genug reagiert, jetzt ist Handeln gefragt. Kalaidos Blog. Kalaidos Fachhochschule. ▪▪ Frankfurt Business Media GmbH und Cornerstone OnDemand Inc. (2018). HR-Strategie 2023. Eine Trendstudie zum Talentmanagement und zum Recruiting für die DACH-Region. ▪▪ hkp group & Duale Hochschule Baden-Württemberg Lörrach. (2019). HR drives digital. ▪▪ Manpower Schweiz. (2018). Die Talentknappheit überwinden. Umfrage 2018, Ergebnisse für die Schweiz. ▪▪ Universität Bamberg. (2020). Recruiting Trends 2020. DIE AUTORIN Irene Willi Kägi Leitung Kalaidos Blog sowie Content Manager HR, Leadership und Digitalisierung, Kalaidos Fachhochschule Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 15 / 2020

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