Aufrufe
vor 3 Jahren

Netzwoche 18/2016

  • Text
  • Unternehmen
  • Apps
  • Schweiz
  • Netzmedien
  • Swiss
  • Schweizer
  • Mobile
  • Android
  • Webcode
  • Digitale

12 Business Porträt

12 Business Porträt «Das kann ich mit meiner Firma besser» 2003 hat Marc Burkhard gemeinsam mit seiner Frau in seinem Keller ein Softwareunternehmen gegründet. Auch heute noch programmiert ITSENSE seine Core One Suite ausschliesslich in der Schweiz. Das hat seinen Preis, und die Burkhards stecken jeden Franken in die Firma. Autor: Marc Landis Heutzutage ist es hip und cool, ein Jungunternehmen, oh pardon, ein «Start-up» zu gründen. Viele Jungunternehmer träumen davon, ihr Business einmal teuer an Google, Apple oder – eine Nummer kleiner – an Swisscom zu verkaufen. Andere erfüllen sich mit der Selbstständigkeit den Traum vom selbstbestimmten Unternehmerleben. Weil sie merken, dass sie sich in bestehenden Strukturen grosser IT- Unternehmen nicht richtig entfalten können. Oder weil sie glauben, es besser zu können. Auch Marc Burkhard, CEO und Mitgründer von IT- SENSE sagte sich vor 13 Jahren: «Das kann ich mit meiner eigenen Firma besser.» Und so begann er, selbst Software für Identity & Access Management, IT-Operations Management und Single-Sign-on-Lösungen – die Core One Suite – zu entwickeln. Die Firma war schnell gegründet und nach einigem Tüfteln auch ein Firmenname gefunden. ITSENSE sollte das Unternehmen heissen, das er gemeinsam mit seiner Frau Sarah startete. Im Firmennamen steckt ausser «IT» auch das Wort «sense», das die Sinnhaftigkeit (engl. sense = Sinn) der Unternehmenstätigkeit veranschaulichen soll. «Das Unternehmen möglichst schnell an den Meistbietenden zu verkaufen war nie Teil unseres Businessplans», erinnert sich Burkhard. Er wollte Mehrwert für seine Kunden schaffen, dem CIO das IT-Management erleichtern. Nicht in der Garage, sondern im Keller gegründet Und so tüftelte Burkhard fortan in einem Kellerzimmer an der idealen Software. Er stellte den ersten Mitarbeiter ein, danach zwei weitere. Das Unternehmen wuchs langsam, aber stetig. Morgens im Keller Software konzipieren, Mittagessen mit der Familie. Nachmittags Kunden besuchen. Am Abend noch rasch die Administration erledigen. Zwischendurch die Kinder ins Bett bringen. Und weiterarbeiten. Bis Mitternacht oder länger. So sahen die normalen Tage und Nächte bei den Burkhards aus. «Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen war nicht immer einfach», sagt Burkhard, der erst nach grösseren Büroräumlichkeiten ausserhalb des eigenen Hauses suchte, nachdem er den sechsten Mitarbeiter angestellt hatte. Heute hat ITSENSE seinen Sitz in modernen Büros gleich neben dem Aarauer Bahnhof. Hier sorgen mittlerweile 16 Mitarbeitende dafür, dass die neuesten Releases der Core One Suite rechtzeitig fertig werden. Die Kunden sind vor allem grosse Organisationen, etwa der Flughafen Zürich, die Klinikgruppe Hirslanden oder der Bund. Da ITSENSE alles selbst entwickelt, ist die Mehrzahl der Mitarbeitenden Software Engineers. «Sie sind das Kapital der Firma», sagt Burkhard. Aber das hat auch seinen Preis. Organisches Wachstum ohne Business Angel «Wir waren stets sparsam und haben all unser Geld immer in die Firma und in unsere Mitarbeitenden investiert», sagt Burkhard. Nie habe es im Hintergrund einen Investor oder einen Business Angel gegeben, der das Unternehmen mitfinanziert hätte. Am Anfang hätten nur die Eltern mit einem Darlehen geholfen, sagt Burkhard. «Natürlich wäre es einfacher gewesen, wenn uns jemand ein paar Millionen gegeben hätte. Aber dann hätte jemand im Hintergrund die Fäden gezogen und wir wären nicht mehr frei in der Produktentwicklung gewesen.» Swiss Made in Aarau Und so ist und bleibt die Core One Suite «zu 100 Prozent Swiss Made in Aarau», wie Burkhard sagt. Diese Swissness sei aber nicht nur ein Qualitätsanspruch an das Produkt. Für die Kunden sei es wichtig, dass der Hersteller auch nach dem Verkauf für sie da sei, ist sich Burkhard sicher. Noch implementiert ITSENSE die Core One Suite vor allem selbst bei den Kunden. Aber Burkhard will sich in Zukunft auf die Softwareentwicklung konzentrieren und die Implementierung ausgewählten Partnern überlassen. Erste Implementierungspartner hat ITSENSE bereits. Es sollen aber noch mehr werden. Marc Burkhard, CEO und Mitgründer von ITSENSE (3. v. r.), legt Wert auf ein familiäres Miteinander in der Firma. Dazu gehört auch das gemeinsame Mittagessen mit den Mitarbeitenden. 18 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 13 2. Netzrace Championship Ein herber Rückschlag für Team Fors. An der zweiten Netzrace Championship hat der letztjährige Pokalsieger das Podest verfehlt. Das Team hatte kein Glück. Oder die falsche Strategie. Denn Vollgas allein brachte dieses Mal niemanden aufs Podest. Autor: David Klier 211 Gäste, 19 Teams und über 120 Runden. Die zweite Netzrace Championship in Europas grösster Indoor-Kartbahn in Roggwil, Bern, war ein «Hammer», wie Gian Simmen sagte. Simmen, der Schweizer Snowboarder, Halfpipe-Olympiasieger und zweifacher Weltmeister, war Teil des VIP-Teams. Gemeinsam mit Motorradrennfahrer Dominique Aegerter, Rennfahrerin Cyndie Allemann und Autojournalistin Nina Vetterli mischte er das Rennfeld auf. Die vier fuhren für einen guten Zweck. Für jede Runde der vier konnte jeder Rennteilnehmer einen bestimmten Betrag spenden. Das Geld fliesst in die Stiftung Kinderkrebsforschung Schweiz. Die Netzmedien AG wird die gesammelte Summe grosszügig aufrunden, sobald klar ist, wie viel Geld zusammengekommen ist. Der Profi-Rennfahrer Fredy Barth führte wie im vergangenen Jahr durch den Abend. Er gab Tipps, interviewte Fahrer während des Rennens und kürte die Sieger. Die richtige Strategie entschied über den Sieg am 2. Netzrace Championship. Geschwindigkeit allein brachte kein Team zum Sieg Wer dies sein würde, war dieses Jahr lange Zeit nicht klar. Denn bei der Netzrace Championship geht es um Taktik. Geschwindigkeit allein brachte kein Team auf das Siegerpodest. Das musste auch der letztjährige Pokalsieger Team Fors bitter feststellen. Im vergangenen Jahr war Team Fors allen davongefahren. Schon kurz nach Beginn des Rennens setzte sich Team Fors an die Spitze, fuhr sehr schnelle Runden und legte die Messlatte für die höchste Rundenzahl. Am Ende der zweistündigen Wettfahrt lag das Team auf Rang 3 mit 141 Runden. Kurz vor der Siegerehrung gab sich Teamchef Elvis Vascetta zuversichtlich. Ein Platz auf dem Podest könnte drin liegen, meinte er auf Nachfrage von Barth. Doch Vascetta irrte sich. Er und sein Trupp hatten sich verrechnet − genau wie viele andere Teams. Schon während des Rennens zeigte sich, wer das Reglement verstanden hatte. Team Netzmedien etwa. Das Team bewegte sich während zwei Stunden nie über den viertletzten Rang hinaus. Es wurde belächelt. Der eine oder andere klopfte den Gastgebern des Events während des Rennens tröstend auf die Schulter. Das Team nahm es gelassen. Denn es hatte eine ausgefeilte Strategie. Sehr viele Fahrerwechsel und die Bonuspunkte für den drittletzten Rang nach der ersten Hälfte des Rennens sicherten dem Team den vierten Platz in der Gesamtwertung. Beinahe hätte es für das Podest gereicht. Damit hatte niemand gerechnet. Titelsieger Team Fors musste abtreten Team Fors landete derweil auf Platz 12. Ein herber Rückschlag. Denn das Team musste den Wanderpokal an seinen ärgsten Konkurrenten des letztjährigen Rennens abtreten: Team Rotronic-Secomp. 2015 lagen die beiden Teams nur 0,75 Punkte auseinander. Das entspricht einem Fahrerwechsel. Dieses Jahr trennten die beiden Teams über 25 Punkte. Wie ist das möglich? «Wir haben unsere Strategie verfeinert», sagte Teamchef Philipp Portmann. Wenn er nicht Kart fährt, ist er Product Manager CE bei Rotronic- Secomp. «Wir wollten unbedingt das Qualifying gewinnen. Danach machten wir in den ersten 60 Minuten des Rennens viele Fahrerwechsel und fuhren nicht zu schnell», sagte er. Dann gab das Team Vollgas. Nächstes Jahr wollen Portmann und sein Trupp den Titel verteidigen. Dominique Aegerter führte das VIP-Team auf den zweiten Rang Das VIP-Team auf Rang zwei vertraute auf Dominique Aegerter. Laut Gian Simmen machte Aegerter die Strategie. Wie sah die aus? «Ich war in der Schule nicht gut im Rechnen. Wir wollten einfach auf Sieg fahren», sagte Aegerter. Vollgas funktionierte wohl doch? Vielleicht lag es an den Fahrkünsten der VIPs. Auf Rang drei landete Team Servicenow. Laut Teamchef René Häberlin setzte seine Mannschaft auf viele Fahrerwechsel im ersten Teil des Rennens. «Hätten wir zwei Mal mehr gewechselt, hätten wir am Schluss vielleicht ganz oben gestanden», sagte Häberlin. Im nächsten Jahr vielleicht. «Wir werden fleissig trainieren.» i RANGLISTE 1. Rotronic-Secomp 121 Pt.* 2. VIP 121 Pt.* 3. Servicenow 120,75 Pt. 4. Netzmedien 115,25 Pt.* 5. Devolo 115,25 Pt.* 6. Fortinet 113,25 Pt. 7. Bison IT-Services 107,25 Pt. 8. G Data 105 Pt. 9. Seeburger Informatik 99,25 Pt. 10. AV Distribution 96,5 Pt. 11. Paessler 95,75 Pt. 12. Fors 95,25 Pt. 13. Stilus 94,25 Pt. 14. Samsung 94 Pt. 15. HP Enterprise 88,25 Pt. 16. Ricoh Schweiz 88 Pt. 17. Graphax 85,75 Pt.* 18. Avaya 85,75 Pt.* 19. UPC 65 Pt. * Bei Punktegleichstand war die Anzahl Fahrerwechsel entscheidend. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode NW181633 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 18 / 2016

Archiv