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Netzwoche 18/2016

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48 Technology Event

48 Technology Event «Die eigene Cloud ist die beste» Nutanix hat sich mit hyperkonvergenten Infrastrukturen einen Namen gemacht. Die Lösungen hatten allerdings Schwächen im Netzwerkbereich. Diese seien nun ausgemerzt, verkündete Nutanix in Wien. Autor: Marcel Urech « Es ist nicht sinnvoll, für alles AWS zu nutzen. » Dheeraj Pandey, CEO und Gründer von Nutanix Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode NW181634 Wer ein Rechenzentrum betreibt, hat es nicht leicht. Die IT muss sich mit CPU, RAM und Speicher auseinandersetzen. Sie muss darauf achten, dass alle Hardware kompatibel ist. Und sie muss sicherstellen, dass Software, Hypervisoren und Netzwerke harmonisieren. Wäre es da nicht toll, alles in einer Box zu kaufen? Ja, sagt das US-Unternehmen Nutanix, das hyperkonvergente Systeme anbietet. Es hielt vom 8. bis 10. November eine Konferenz in Wien ab. Die 2009 gegründete Firma, die fast 2000 Mitarbeiter beschäftigt, stellte im Hotel Hilton neue Software vor. Public Cloud stellt Märkte auf den Kopf Es sei die erste Nutanix-Konferenz in Europa, sagte CEO und Gründer Dheeraj Pandey. Er sprach zuerst über die Public Cloud. Sie habe die Märkte auf den Kopf gestellt. IT-Administratoren könnten nun in Rekordzeit neue Apps ausrollen, ohne sich mit Infrastrukturfragen beschäftigen zu müssen. Und Kunden würden nur noch Leistungen bezahlen, die sie auch wirklich benötigen. Nutanix biete all das und mehr für die Private Cloud an, sagte Chief Product und Development Officer Sunil Potti. In Firmen seien nur 25 Prozent aller Workloads elastisch. Darum sei es nicht sinnvoll, für alles AWS zu nutzen. Und bei Administratoren beliebte Orchestrierungs- und Automatisierungstools wie Ansible, Chef und Puppet würden auch mit Nutanix funktionieren, sagte Potti. Visualisierung der Netzwerktopologie Nutanix stellte in Wien Netzwerkfunktionen rund um Visualisierung, Sicherheit und Orchestrierung vor. Das Unternehmen erweiterte zudem seine Schnittstellen. Es reagiere so auf die immer grösseren Workloads, die IT-Teams unter Druck setzten. Um Service Level Agreements einzuhalten, müssten Firmen auch ihr Netzwerk überwachen. Das war bis jetzt eine Schwäche der Nutanix-Produkte. Die Admin-Oberfläche Nutanix Prism bietet nun eine applikationszentrierte Visualisierung des Netzwerks. Sie zeigt eine Übersicht über die physische und virtualisierte Netzwerktopologie. Die Nutzung einer ganzen Reihe von Tools unterschiedlicher Anbieter sei so nicht mehr nötig. Prism zeigt zum Beispiel, wie einzelne virtuelle Maschinen mit der physischen und virtualisierten Netzwerkinfrastruktur verbunden sind. Die Lösung stelle Status- und Leistungsstatistiken der Netzwerkumgebung bereit. Die Visualisierung ermögliche es, Probleme schnell zu identifizieren und einzuschätzen, heisst es vonseiten Nutanix’. Eine Policy für jede App Neu sind die Nutanix Acropolis Microsegmentation Services. Sie erlauben individuelle Policys für Apps. Das mache die Kommunikation zwischen virtuellen Maschinen, containerbasierten Anwendungen und Microservices sicherer. Nutanix bietet nun APIs für automatisierte Policy- Updates, Top-of-Rack-Switches, Application Delivery Controllers und Firewalls an. Sie sollen etwa mit Lösungen von Arista Networks, Brocade und Citrix funktionieren. Die Netzwerkvisualisierung sowie das erste Set an APIs für die Netzwerkorchestrierung sollen im Januar des nächsten Jahres verfügbar sein. Die übrigen erwähnten Funktionalitäten befinden sich laut Nutanix in der Entwicklung. Swisslos nutzt Nutanix Die Redaktion konnte in Wien auch mit Kunden von Nutanix sprechen. Joris Vuffray, Head of Network und System Management bei Swisslos, erklärte, warum sich die Schweizerische Lotteriegesellschaft für Nutanix entschied. «Die eigene Cloud ist die beste», sagte Vuffray. Swisslos nutze seit 2014 den Hypervisor von Nutanix, der Rollout sei im Dezember fertig gewesen. Mit Nutanix seien rund 70 Prozent der Admin-Aufgaben weggefallen, da nun vieles automatisiert laufe. Swisslos setzt 13 Nutanix-Boxen ein, die in 3 Clustern laufen. Das IT-Team bestehe aus 30 Personen, darunter 2 Netzwerk-Admins und 6 System Engineers. Die Public Cloud nutze Swisslos wegen gesetzlicher Vorgaben nicht, sagte Vuffray. Dheeraj Pandey, CEO und Gründer von Nutanix. 18 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Konferenz 49 «Die Uberisierung der Energiewelt wird kommen» Rhetorische Perfektion von Ludwig Hasler, halsbrecherische Fotos von Robert Bösch, visionäre Gedanken von Jasmina Ritz. Die Smart Energy Party 2016 hat viel geboten. Bundesrätin Doris Leuthard fand aufmunternde Worte für die unter Druck stehende Schweizer Energiebranche. Autor: Marcel Urech Die Schweizer Energiebranche hat sich an der Smart Energy Party 2016 getroffen. Die Umwelt Arena in Spreitenbach war mit rund 1000 Gästen ausverkauft. Anwesend war Prominenz aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Behörden, Verbänden und Medien. Und Bundesrätin Doris Leuthard, die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation. Schweiz trotzt schwierigem Umfeld Leuthard betonte zu Beginn ihres Referats die geopolitische Lage. Viele Staaten würden sich abschotten, und der Brexit hinterlasse seine Spuren. Die Schweiz stehe aber gut da: Sie sei Innovationsweltmeister und habe eine tiefe Schuldenquote von 16 Prozent. Für die digitale Welt sei sie gut aufgestellt, und die Breitband- und Mobilfunkinfrastruktur sei hervorragend. Das alles bilde die Grundlage für eine erfolgreiche Energiepolitik. «Die Schweiz hat noch nie so wenig für Energie ausgegeben wie im letzten Jahr», sagte Leuthard. Energiepolitik sei heute immer auch Wirtschaft-, Umwelt- und IT-Politik. Die Energiebranche habe aber ein Problem: Viele Märkte seien nicht frei, und es gebe marktverzerrende Kräfte. Neue Geschäftsmodelle, bewährte Wasserkraft Leuthard zitierte eine Studie von PwC aus dem Jahr 2015. Laut der Studie gehen 9 von 10 Energieunternehmen davon aus, dass sich der Markt bis 2030 signifikant verändern wird. Die höchste Priorität habe die Sicherung der Versorgung. 35 Prozent der europäischen Energieversorger gaben an, dass ihre Geschäftsmodelle bereits heute nicht mehr funktionierten. Der Wettbewerb sei stark, das Umfeld disruptiv. Das habe auch damit zu tun, dass immer mehr branchenfremde Unternehmen mitreden wollten – etwa die Telkos. Die Schweiz importiere rund 75 Prozent ihrer Energie. Der Anteil der erneuerbaren Energien habe von 2009 bis 2015 um 3 Prozent zugenommen. Leuthard warb für die Wasserkraft und bezeichnete sie als Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Laut dem Schweizerischen Wasserwirtschaftsverband kommen fast 60 Prozent der Schweizer Stromproduktion von der erneuerbaren, einheimischen Wasserkraft. Die Schweiz werde sich in der EU gemeinsam mit Österreich für eine Stärkung der Wasserkraft einsetzen, sagte Leuthard. Uberisierung der Energiewelt Die Bundesrätin wies darauf hin, dass sich die Grenzen zwischen klassischer Energiewirtschaft und IT immer mehr auflösten. Als Beispiel nannte sie eine App der Industriellen Werke Basel, die diese gemeinsam mit Change38 lancierten. Der Konsument kann sich über die App seinen persönlichen Strommix zusammenstellen. Die Branche müsse sich auf solche Entwicklungen einstellen. «Die Uberisierung der Energiewelt wird kommen», sagte sie. Leuthard blickte auch in die Zukunft. Die Schweiz müsse die Wasserzinsen neu regeln, ihr CO2-Gesetz anpassen und sich für ein Strommarktdesign nach 2020 entscheiden. Wichtig sei auch die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens, das Leuthard im April unterzeichnete. Sie freue sich auf diese Herausforderungen. «Ich spüre einen positiven Geist im Markt», sagte die Bundesrätin. «Die Ideenvielfalt der Schweizer Unternehmen ist beeindruckend.» Für Organisator Fritz Sutter war es die letzte Smart Energy Party in dieser Funktion. Er und seine Frau Renate werden sich aus der Organisation der Veranstaltung zurückziehen, im Hintergrund aber weiter aktiv bleiben. Die nächste Party wird am 26. Oktober 2017 am gleichen Ort stattfinden. « Die Schweiz hat noch nie so wenig für Energie ausgegeben wie im letzten Jahr. » Doris Leuthard, Bundesrätin Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode NW181608 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 18 / 2016

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